Der Montagmorgen begann gleich erstmal mit einer kleinen
Überraschung für uns. Die Mädels, die wir mit zum Wai – O – Tapu genommen
hatten, waren hinterher kaum davon zu überzeugen, dass sie uns dafür kein Geld geben
sollten. Erstens wären wir sowieso dorthin gefahren, zweitens sind wir ja auch
immer mal wieder mitgenommen worden und drittens hätten die umgerechneten
Kosten wahrscheinlich zwei Dollar pro Person betragen. Wir hatten den beiden
allerdings erzählt, dass uns damals bei unserem Work and Travel Aufenthalt nur
einmal etwas geklaut wurde. Nämlich unsere Essenstüte in Christchurch, in der
sich leider Feta-Käse befunden hatte. Den hatten wir uns damals einmal gönnen
wollen. Man muss dazu sagen, dass Käse allgemein hier ziemlich teuer ist und
Feta erst Recht. Tja, die beiden hatten sich offensichtlich nicht mit unseren
Beteuerungen, dass das schon okay ist zufrieden geben wollen und so stand eine
von ihnen vor unserer Zimmertür mit einem Feta in der Hand. Totaaaal lieb und
überhaupt nicht nötig, aber so süß, dass sie an die Geschichte gedacht haben.
Das war dann auch mehr oder weniger das spannendste, das wir
an diesem Tag erlebt haben. Wir sind den ganzen Tag durch die Stadt gebummelt,
haben ein wenig nach Souvenirs Ausschau gehalten, auch das ein oder andere
gekauft (Kommentaranzahl, Pflege von Haus und Hof sowie Email- und
Facebooknachrichten werden selbstverständlich honoriert ;)) und uns mit einigen
Verkäufern nett unterhalten. Einen ziemlich kleinen aber unglaublich süßen
Laden, in dem es auch nicht nur den üblichen Touri-Ramsch gab hatten wir
besonders in unser Herz geschlossen. Noch während die Verkäuferin schon unsere
Sachen einpackte fielen uns neue Dinge ins Auge. Irgendwann meinte Carina „We really have to go
now!“, was die Verkäuferin dazu verleitete lachend „Oh no! Just take a look
around. Can I make you a cup of tea?” zu erwiedern.
Den Tag haben wir dann mit einem kleinen Spaziergang am See
ausklingen lassen bis es wieder zurück ins Hostel ging. Für das müssen wir auch
unbedingt noch eine Bewertung auf www.bbh.co.nz schreiben. Bei den Top 10
unserer bisherigen Hostels steht es im Moment auf Platz 2 (gleich nach dem
Wanaka Bakpaka (übrigens kein Schreibfehler unsererseits) in dem wir ein
größeres Zimmer als in so manchem Hotel hatten). Also, solltet ihr jemals nach
Rotorua kommen, dann merkt auch das „Funky Green Voyager“. Schöne, saubere
Zimmer, super Küche mit kostenlosen Gewürzen, fast jeden Morgen Muffins für
einen Dollar und Eier für vierzig Cent, gut funktionierende Laundry, hübscher
ruhiger Außenbereich und Unmengen von Discounts auf alle möglichen Aktivitäten
in und um Rotorua. Wir haben insgesamt etwa 60 Dollar damit gespart. Geleitet
wird das ganze übrigens von einem Deutsch-Kiwi-Pärchen.
Da wir das Hostel und seine Bewohner doch ein wenig lieb
gewonnen hatten, fiel es uns heute Morgen nicht ganz leicht auszuchecken. Aber
vier Nächte sind bei unserem strengen Zeitplan schon einiges. Nun machten wir
uns also auf den Weg nach Waitomo, zu den Waitomo Caves. Hier kann man
Blackwater Rafting (also unter Tage) in all seinen Ausführungen machen. Wir
hatten uns für eine drei Stunden Wet-Tour entschieden. Diese begann um zwölf
Uhr mit der Auswahl der geeigneten Kleidung. Wir durften uns also mal wieder in
die über alles geliebten Neoprenanzüge zwängen. Zusätzlich dazu gab es diesmal
auch noch Neoprensocken, Gummischuhe und einen Helm mit Stirnlampe… oh und
natürlich einen Gummireifen. Nach einem ersten Test unserer Ausrüstung, der
darin bestand rückwärts mit dem Gummireifen über dem Hintern in einen kleinen
Bachlauf zu hüpfen ging es dann auch schon los zur Höhle. Deren Eingang war von
außen kaum zu erkennen aber mutig zwängten wir uns durch die enge Öffnung um
kurz darauf auch gleich von einer mit Stalagmiten und Stalaktiten geschmückten
Höhle begrüßt zu werden. Die nächsten eineinhalb Stunden verbrachten wir damit
diese zu durchwandern. Dabei mussten wir immer darauf achten nicht in allzu
tiefe Stellen zu treten und, besonders in Flos Fall, uns nicht den Kopf zu
stoßen. Das Wasser, das durch die Höhle floss war natürlich mehr als kalt,
durch die Wetsuits aber eigentlich gut erträglich. Nur die Hände und Füße waren
gegen Ende doch ziemlich taub geworden. An zwei Stellen galt es übrigens einen
kleinen Wasserfall rückwärts hinunter zu springen, so wie wir es vorher
außerhalb der Höhle geübt hatten. Das war für Carina, die zwar immer für einen
Skydive zu haben ist, bei Leitern und Sprungbrettern aber gerne mal Reißaus
nimmt, zwar eine kleine Herausforderung, aber viel Zeit zum Überlegen gab es
bei dem fließbandmäßigen „Three, two, one, JUMP“ unseres Guides ohnehin nicht.
Dieser lies es sich dann auch nicht nehmen einen der Wasserfälle mit Anlauf und
lautem „Geronimo-Schrei“ zu überwinden. Neben all der Aktion gab es allerdings
noch zwei sehr friedliche Momente. Nämlich dann, als wir in unseren Reifen
sitzend und unseren Hintermann jeweils an den Füßen gepackt, als lange Kette
durch den unterirdischen Fluss treibend unsere Stirnlampen ausschalten durften.
Die komplette Höhlendecke über uns war über und über mit bläulich leuchtenden
Glowworms bedeckt (wir schreiben extra nicht Glühwürmchen, weil das nicht das
gleiche ist) … wirklich ein wahnsinnig schöner Anblick, bei dem man glatt das
kalte Wasser vergessen konnte.
Nach unserem kleinen Abendteuer wurden wir dann mit einer
heißen Dusche sowie Suppe und Bagels belohnt. Das hatten wir auch bitter nötig,
denn das ganze Herumgeklettere war doch anstrengender als wir gedacht hätten. Da
es aber erst drei Uhr war, war noch genug Zeit um in das nahe gelegene
Kiwihouse zu gehen. Hier durften wir es also betrachten, das Wappentier
Neuseelands, das größer ist, als man es sich doch meistens vorstellt. Wir waren
ganz begeistert von den zwei Gesellen, die wir bestaunen durften und hatten
auch noch das Glück, genau zur Fütterungszeit dort zu sein. Allgemein war die
kleine Anlage sehr schön und nicht so überlaufen wir das Kiwihouse in Rotorua.
Das mag daran liegen, dass sich nach Otorohanga wirklich nur Leute verirren,
die die Waitomo Caves besichtigen. Nach den beiden Kiwis gab es natürlich auch
noch andere einheimische Vögel und Echsen zu bestaunen. Als wir das ausführlich
getan hatten folgte nur noch die Fahrt zurück ins Hostel und ein mehr als
ereignisreicher Tag ging zu Ende.
Auf bald!
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| Die Todesmutigen, achtet immer auf den weißen und den roten Helm |
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| Bitte recht freundlich ;) |
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| Carinas erster "Sprung" |
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| Flos erster "Sprung" |
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| Mitten in der Höhle |
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| Der Ausgang ist erreicht |
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| Die Überlebenden |
Das stell ich mir ja extrem toll vor! War bestimmt sehr beeindruckend, hätte ich auch gerne gemacht *neid*!
AntwortenLöschenWann besucht ihr eigentlich Bilbos Zuhause? Der hat doch bestimmt schon Heimweh!
Ich teste es jetzt noch ein drittes mal und wenn es wieder nicht klappt, werfe ich mein Handy gegen die wand xD
AntwortenLöschenAlso rückwärts einen Wasserfall runter zu springen hätte ich nicht gemacht :D aber das war bestimmt irre cool! Überhaupt gemein, dass man in Neuseeland so viele coole Sachen machen kann! Am neidischten bin ich ja immer noch aufs Delfinschwimmen :D
Zeigt mal mehr Fotos, oder kriegt man die dann in Deutschland zu sehen?
Liebste Grüße,
Frieda
Also die Bilder sind ja zum Schreien :-) Die Tour war bestimmt der Hit, da wäre ich gern dabei gewesen. Und Flo der Helm ist das Beste, du siehst aus wie ein ... und dann noch die grünen Sohlen, ich hab mich weggeschmissen vor Lachen.
AntwortenLöschenLG Agnes