Am Samstag haben wir es dann mal wieder ein wenig ruhiger
angehen lassen und so lange geschlafen, dass wir zur Putzzeit, in der das
Betreten eigentlich verboten ist, in der Küche unser Frühstück zubereitet
haben. Ups…
Am späten Vormittag ging es dann aber doch los in die Stadt
um noch ein paar Mitbringsel zu besorgen. Wir haben übrigens überlegt,
eventuell nur den Personen etwas mitzubringen, die mindestens einen Kommentar
in unserem Blog geschrieben haben. Also vielleicht sollte der ein oder andere
doch mal die Tasten klappern lassen ;)
Nachdem wir Carinas Gesundung mit einem Besuch beim besten
Fish and Chips der Stadt gefeiert haben ging es dann abends in Polynesian Spa.
Hier haben wir wieder mal einen Discount unseres Hostels in Anspruch genommen,
was uns immerhin vier Dollar gespart hat. Nachdem wir aus den Umkleidekabinen
kamen und unsere Sachen verstauen wollten, wurde uns bewusst, dass wir für die
Nutzung der Schließfächer einen Token an der Rezeption hätten kaufen müssen.
Als wir gerade darüber diskutierten, noch mal dorthin zu gehen kam auch schon
ein Bademeister auf uns zu.
„Hey, can I
help you guys?”
“Ah, we
just talked about going back to the reception to get a token”
“Well, no
worries, I’ll just give you one of mine. Here take that!”
Damit war dann auch das Problem gelöst und wir mal wieder
völlig verblüfft von so viel Freundlichkeit. Der Spa war auch richtig, richtig
schön. Insgesamt standen uns sieben Pools mit Temperaturen zwischen 39 und 42
Grad zur Verfügung. In einem davon hatte man außerdem eine traumhafte Aussicht
auf den See. Im heißen Wasser liegend, den Sternenhimmel betrachtend und dem
Geplapper von mindestens dreihundert Japanern lauschend haben wir es uns mal
richtig gut gehen lassen.
Heute dann, also am Sonntag, wurden bei uns übrigens die
Uhren eine Stunde zurück gestellt. Das heißt wir sind euch jetzt nur noch zehn
Stunden voraus und durften ein wenig länger schlafen. Das traf sich auch ganz
gut, denn der Wecker klingelte bei uns schon um sieben Uhr. Wir frühstückten
schnell und machten uns dann mit zwei deutschen Mädels auf den Weg nach „Wai –
O – Tapu – Thermal Wonderland“. Auch hierbei handelt es sich natürlich um ein
Gebiet mit hoher geothermaler Aktivität. Eigentlich blubbert und dampft es hier
in Rotorua sowieso an jeder Ecke. Ein einfacher Besuch im örtlichen Park reicht
schon um sich davon zu überzeugen. Im Wai – O – Tapu ist das ganze aber noch
mal ein wenig spektakulärer mit vielen verschiedenen Seen, deren Farben von
quietschegrün bis knallorange reichen. Genauso vielfältig wie die Farben sind
dann auch die Namen der jeweiligen Gewässer. Mit „Devils Bath“, „Champagne
Pool“ und „Frying Pan Flat“ seien nur einige genannt. Pünktlich um 10 Uhr
machen sich dann alle Besucher des Parks auf den Weg zu ihren Autos, fahren
fünf Minuten zu einem anderen Parkplatz und erwarten dann den Ausbruch des Lady
Knox Geysirs um 10:15 Uhr. Wir haben uns das ganze Spektakel natürlich auch
nicht entgehen lassen. Hervorgerufen wird der Ausbruch übrigens mit einer Art
Seife (sonst wäre die gute Lady Knox eher unpünktlich). Eigentlich ein wenig
verrückt, aber immerhin wurde der Geysir auch genauso entdeckt, nämlich als
Gefängnisinsassen ihre Wäsche im heißen Wasser waschen wollten.
Am Mittag ließen wir uns dann die Reste unserer Lasagne
schmecken und lagen ein wenig faul in der Sonne, die uns die letzten Tage mal
wieder sehr gut zu Diensten war. Um kurz vor fünf ging es dann weiter im
Tagesprogramm. Wir wurden von einem Bus abgeholt, der uns zum Mitai bringen
sollte – einem Maoridorf in dem wir ein wenig von der traditionellen
Lebensweise erfahren wollten.
Begonnen hat die Vorstellung mit dem Einzug eines mit
Kriegern besetzten Kanus auf einem kleinen Fluss der zum Dorf gehört.
Anschließend wurden wir in einen Raum geführt, in dem wir uns hinsetzen und den
vielen Tänzen und Gesängen der traditionell gekleideten Maori lauschen konnten.
Es war wirklich eine sehr schöne und beeindruckende Vorstellung. Mit den tatoowierten
Gesichtern und den weit aufgerissenen Augen und herausgestreckten Zungen sehen
die Krieger schon sehr respekteinflößend auf und nicht wenige Kleinkinder und
Babys haben erstmal das Heulen angefangen als die Kriegsschreie anfingen. Die
Maori, die natürlich heute nicht mehr so leben wie es in der Vorstellung
gezeigt wird, haben aber auch immer wieder humorvoll genau darauf hingewiesen. „You know, we also got that stuff
like electricity, heating … facebook!”.
Nach den Aufführungen ging es weiter in einen großen Saal wo
wir dann endlich das lang ersehnte Hangi (eine Essenszubereitung, bei der alles
in einem mit heißen Steinen ausgefüllten Erdloch gegart wird) probieren
konnten. Das Essen war wirklich sehr, sehr lecker und vor allem mehr als
ausreichend. Wir haben alles einmal versucht und können nun sagen, dass Kumara
(Süßkartoffel) und Stuffing wirklich das einzige sind, das uns nicht geschmeckt
hat… beides irgendwie zu süß für unsere Geschmacksnerven.
Der Abend war damit aber noch nicht zu Ende. Nachdem es
jetzt draußen dunkel war, konnten wir mit unserem Guide noch auf eine kurze
Tour durch den Wald aufbrechen. Hier wurden uns verschiedenen Bäume und deren
Bedeutung bzw. Verwendung erklärt. Wir waren alle mit Taschenlampen
ausgestattet und leider stellte sich heraus, dass der Großteil unserer
Mitwanderer wohl noch nie mit solchen in Berührung gekommen war. Alles
Stadtkinder ;) Nein, wir waren doch erstaunt wie man es fertig bringen kann,
konstant anderen Leuten ins Gesicht zu leuchten. Schließlich kamen wir an einer
Quelle an, bei der wir gebeten wurden unsere Taschenlampen auszuschalten
(dauerte auch nur gute fünfzehn Minuten bis das alle erledigt hatten) um die
Glowworms, die sich hier tummelten bewundern zu können. Das war auch wirklich
beeindruckend aber noch beeindruckender war der Anblick, als unser Guide eine
große Lampe an der Quelle aufleuchten lies. Wir können glaub ich ziemlich
sicher behaupten, dass wir in unserem Leben noch nie so klares Wasser gesehen
haben. Die Fische, die sich hier tummelten sahen aus als würden sie in der Luft
schweben und ihre Schatten zeichneten sich auf dem Grund der Quelle ab. Ein
wirklich sehr schöner Abschluss eines, wenn auch ein klein wenig touristisch,
doch wunderschönen Abends.
Es grüßen euch zwei vollgefutterte Backpacker
p.s. „Deutscher Meister wird nur der FCB, nur der FCB, nur
der FCB“ ;)
| Champagne Pool |
| Hier wohnt also der Teufel |
| Ausbruch von Lady Knox |
| Wir mit der guten Lady Knox |
| Quietschegrüner See |
| Mud Pool |
| Champagne Pool mit sehr viel Dampf |
| Unser Hangi - yummy! |
| Bilbo auf dem... öh... ja... Geschlechtsteil einer Maorischnitzung |
| Carina mit zwei Maorikriegern |
Das Essen war bestimmt voll lecker...Ich will mehr Essensbilder in Zukunft! Fotografiert doch mal eure heißgeliebten Fish & Chips :)
AntwortenLöschenUnd was bitte habt ihr dem armen Bilbo angetan?? Der ist jetzt bestimmt traumatisiert...
was heißt deutscher Meister wird der FcB, er ist es!:-)
AntwortenLöschenHabt ihr euch die Rezepte des tollen Essens aufgeschrieben, oder kann man das nur in einem glühendem Erdloch zubereiten? :)
Schön, dass es Carina wieder gut geht und ihr die restlichen Tage genießen könnt. Liebe Grüße aus dem heute doch sehr frühlingshaften Duderstadt.
Juhu(wg Absatz 2). Schweini hat ein Traumtor zur Meisterschaft geschossen. Genießt weiter die Tage und fangt euch nichts mehr ein. Viele Grüße aus der Perle des Eichsfelds
LöschenAch... die blose Aussicht auf ein Souvenier belebt die gelähmten Finger.
AntwortenLöschenHey Flo, konntest Du Carina aus den Fängen der Maorikrieger befreien?
Bilbo muss zu Hause unbedingt zum Psychater, nachdem was der auf dieser Reise alles durchmachen musste!
Schmeckt dieser Grüntümpel auch nach Waldmeister?
Der FCB Meister Gäähn... wen interessierts??
Hallo Ihr zwei,
AntwortenLöschendanke für Eure netten und interessanten Reiseberichte aus Neuseeland. Freuen uns immer über Neuigkeiten.
Allerdings ...
Auf den Kommentar unter PS hätten wir gut verzichten können :)
Stefan natürlich nicht.
LG
Kerstin
Aha unter der Aussicht auf Mitbringsel kommen sie alle aus ihrem Loch. Wir sind ja dafür die Anzahl der Kommentare zu honorieren...
AntwortenLöschenSo wie Carina auf dem Bild dreinblickt, packt ihr jetzt nicht nur ein Alpaka sondern auch sonen Krieger ein. Diese Verzückung fehlt irgendwie auf den restlichen Bilder.
P.S Bilbo hat offenbar Mount Doom bestiegen. Hoffentlich wurde ihm nichts abgebissen...
Also, dann bin ich aber auch vorne mit dabei :-)
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