Freitag, 22. März 2013

The one with bones


So ihr Lieben,

die Nacht in Hanmer Springs war tatsächlich ein wenig frostig. Allerdings hatte zumindest Carina es kuschlig warm in ihrem mit Fleece ausgekleidetem Schlafsack. Der war sein Geld also auf jeden Fall Wert, das wissen wir jetzt. Am Morgen wurden wir dafür mit strahlendem Sonnenschein begrüßt und dieser blieb uns auch auf dem ganzen Weg nach Nelson erhalten.

Dieser Weg war allerdings mal wieder relativ lang und führte durch größtenteils unbewohnte Strecken der Südinsel Neuseelands. Deshalb konnte der Plan im nächsten Ort mal eben in Nelson anzurufen um ein Hostelzimmer zu reservieren auch erst nach ca. einer Stunde verwirklicht werden. Untergekommen sind wir jetzt im Paradiso, in dem wir auch 2007 schon für ein paar Tage gewohnt haben und wo sich so gut wie nichts verändert hat. Aufgrund unserer relativ späten Ankunft war für nicht viel mehr als den Einkauf und das Abendessen Zeit. Nur ein kleines Nickerchen haben wir uns noch gegönnt. Flo war von der langen Fahrt geschafft und Carina war schon auf der Fahrt immer wieder eingenickt. Ob es an Flos ruhiger Fahrweise oder an den einschläfernden serpentinenartigen Wegen lag, man weiß es nicht. Fakt ist allerdings, dass nicht mal die Wette, die nächsten 15 Minuten ganz sicher wach zu bleiben, sie davon abhalten konnte nach wenigen Minuten wieder mit dem Kopf zur Seite zu nicken.

Am Freitag schließlich war dann unser großer Tag: Es ging zum Bone Carving! Hier werden unter Anleitung eines 1996 nach Neuseeland ausgewanderten Deutschen namens Stephan aus Kuhknochen und (falls gewünscht) Paua-Muschel Anhänger nach Maori-Design hergestellt. Als wir 2007 in Nelson waren, hatten das Freunde von uns gemacht (Hallo Julia und Basti J) und wir hatten das dann ebenfalls vor, haben aber keinen Platz mehr in einem der Kurse bekommen. Das war auch kein Wunder, denn Stephan arbeitet mit maximal sechs Personen, was auch sehr sinnvoll ist wie wir heute gemerkt haben. Wir hatten wirklich einen tollen Vormittag und haben viel über die Kultur der Maori und die nähere Umgebung von Nelson gelernt. Eigentlich hatten wir ja beide ein wenig bedenken, ob nicht aufgrund unseres fehlenden künstlerischen Talents nicht Stephan noch mal zum nächsten Metzger fahren und Nachschub an Kuhknochen holen muss, aber es hat eigentlich alles sehr gut geklappt. Flo hat sich für einen Kreis und Carina für ein Twisting entschieden. Hier mal die Bedeutungen:

Flo:
Moana (the sea) symbolises the importance and fascination of the sea. The sea is important for several reasons in Maori culture: Its home to “Hine a Moana” and “Tangaroa” (goddess and god of the sea), resting place for the souls after life, major food source.
The inside forms a Koru (spiral) depicting the unfolding life, permanent growth and new beginning. The shape is inspired by the permanently unfolding branches and leaves of the ferns. The ferns are children of Tane Mahuta, God of plants and trees.

Carina:
Pikorua (two fern shoots/helix design)
Two fern shoots embracing each other, symbolises infinity, eternity as well as the bonds of friendship. Put those meanings together and it comes down to “neverending friendship”. Also seen as symbol for continuous flow of energy between spiritual and material world.

Wir hatten außerdem das Glück, dass die Paua-Stücke auf unseren Anhängern von derselben Muschel stammen. Das war mehr oder weniger Zufall, da die Muschel immer nach der Form des Anhängers ausgewählt werden muss.

In der Maori-Kultur nehmen die Anhänger nach einer Zeit die Mana (könnte man wohl am ehesten mit „Seele“ übersetzen) des Trägers auf. Deshalb soll man die Ketten einige Zeit (dabei ist es laut Stephan egal, ob es jetzt zwei Wochen oder zwei Jahre sind) tragen und dann einer besonderen Person weitergeben. Diese kann die Kette dann wiederum eine Zeit lang tragen und ebenfalls weitergeben. Bei den Maori dient das dazu, nie vergessen zu werden, denn sie glauben, dass man erst dann wirklich tot ist, wenn sich niemand mehr an einen erinnert.

Da nur wir beide an dem heutigen Kurs bei Stephan teilgenommen haben, waren wir bereits gegen vierzehn Uhr fertig und konnten uns dann aufmachen nach Mapua. Stephan hatte uns nämlich erzählt, dass es dort den besten Fish and Chips Laden der Umgebung gibt und das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir wurden auch absolut nicht enttäuscht und der strahlende Sonnenschein und die Aussicht vom Hafen aus auf die kleine Insel „Rabbit Island“ haben dann ihr übriges zu einem wunderschönen Nachmittag getan.

Jetzt geht es für uns aber auch mal ab in die Heia. Morgen werden wir schon gegen sieben Uhr abgeholt und machen uns auf in den Abel Tasman National Park. 


Flos Anhänger



Carinas Anhänger
Carina mit einer Dose L & P - World famous in New Zealand

Das versteht man hier unter einer Kugel Eis ;)


6 Kommentare:

  1. Seltsam, dass immer nur erwähnt wird, Carina hatte es warm. Flo musste offenbar alle Decken abgeben und halbnackt in Dave verbringen (hach ich liebe diese Anspielungen).

    Außerdem bin ich von eurer Kusntfertigkeit sehr beeindruckt. Naja eigentlich mehr von Flo's, von Carina kennt man natürlich nichts anderes!

    Was meinst du eigentlich mit einer Kugel Eis solltet ihr nicht eher Bällchen bestellen?

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    1. ;) Da ich ja bestellt habe, brauchten wir keine Bällchen ;)
      deinen Kommentar über meine Kunstfertigkeit übergehe ich mal... und nein nein, ich musste nicht alle Decken abgeben, nur das mir warm ist nachts bedarf einfach keiner Erwähnung ;)

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  2. Was ist eigentlich mit den Schlaglöchern auf der Straße? Bestimmt ist jeder Stein ein Stoß.
    Und gibts da eigentlich ein Briefmarkenystem? Ist das dort nicht mordskompliziert? Sonst sind doch sicher alle völlig zermürbt...

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    1. Gott sei Dank haben sie hier ein Briefmarkensystem.... könnt ihr euch vorstellen wie mordskompliziert es sonst gewesen wäre....da wären wirklich alle zermürbt und das obwohl sie wirklich sehr dick sind ;)
      Schlaglöcher sind auch nicht wirklich ein Problem, eher die Opossums, welche haufenweise überfahren auf der Straße liegen... (sie sind hier aber eine Plage und man wird dazu angehalten sie zu überfahren, da sie sich vermehren, wie... na ja, wie Opossums ;)

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  3. Jeder, aber auch wirklich jeder will wissen was mit den Prärieindianern los ist!

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    1. Leider haben wir hier wenige Prärieindiander getroffen, welche nicht zermürbt waren, vielleicht wissen sie noch nichts von den Briefmarkensystem... jemand sollte es ihnen sagen, sonst wäre es eine großangelegte Austricksung.

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