Unser nächster Urlaub MUSS nach dem heutigen Tag eigentlich
nach Frankreich gehen! Warum das so ist soll euch der heutige Beitrag erklären,
zunächst aber noch ein kleiner Nachtrag zu gestern: Ja, da haben wir keinen
Eintrag im Blog gemacht, zum einen weil es nicht viel zu berichten gab, zum
anderen weil das wenige berichtenswerte nicht sehr positiv war. Aber fangen wir
mal von vorne an:
Wir sind also am Freitagmorgen in Dunedin aufgebrochen und
haben uns vor der Fahrt nach Queenstown noch die Baldwin Street angeschaut.
Diese steht im Guiness Buch der Rekorde als steilste Straße der Welt und das
definitiv nicht zu unrecht. Nicht wenige Autos bezahlen den Versuch den Gipfel
zu erklimmen mit einer Runterfahrt im Rückwärtsgang. Deshalb haben wir Dave,
der sich vorher sowieso schon mit einer anderen nicht gerade flachen Straße
abmühen durfte, lieber unten gelassen.
Die Fahrt nach Queenstown dauerte dann auch gute vier
Stunden, die bis auf die Mitnahme eines deutschen Backpackers auf den letzten
Kilometern relativ ereignislos verliefen. Beim ausgewählten Hostel angekommen
stellte sich heraus, dass es zwar noch ein wunderschönes Doppelzimmer mit
Balkon (Luxus!!!) für diese, aber leider nicht mehr für die nächste Nacht gab.
Wir blieben dann trotzdem dort um wenigstens die Wäsche zu erledigen. Nach
getaner Arbeit belohnten wir uns dann noch bei DER örtlichen Burgerbude:
Fergburger! Wirklich seeehr lecker aber auch unglaublich groß.
Für heute war dann eigentlich eine Weiterfahrt nach Wanaka
geplant, aber die Anrufe bei ALLEN Hostels dort waren erfolglos. „Sorry, we’re
fully booked“ hörten wir nur immer wieder. Unglaublich, wie viel hier selbst in
der Nebensaison noch los ist. Da wir aber sowieso geplant hatten, doch noch
einen Teil der Routeburn Tracks zu laufen, versuchten wir noch mal unser Glück
bei einigen Hostels in Queenstown und hatten schließlich Erfolg. Also schnell
hingefahren, schon mal bezahlt, wenn auch aufgrund der frühen Uhrzeit noch
nicht eingecheckt und dann mit Sack und Pack auf nach Glenorchy, einem Ort etwa
40 km
von Queenstown entfernt und Ausgangspunkt des Routeburn Tracks.
Dieser Track ist einer der neun sogenannten „Great Walks“ in
Neuseeland und eigentlich eine Dreitageswanderung über 32 km . In Glenorchy
angekommen stellten wir jedoch fest, dass es von dort aus noch mal 26 km bis zum eigentlichen
Beginn des Tracks waren. Eigentlich nicht wirklich schlimm, wenn nicht die
letzten zehn dieser Kilometer aus einer reinen Schotterpiste bestanden hätten,
durch die Dave sich teilweise ganz schön kämpfen musste. Dafür wurden wir
allerdings auf dem Track selbst mit vielen atemberaubenden Blicken auf die
Gipfel der Berge des Mount Aspiring National Parks belohnt. Es ging an
Gebirgsbächen entlang, über Brücken auf denen teilweise maximal fünf Personen
erlaubt waren und an Abhängen vorbei, bei deren nicht vorhandener Sicherung in
Deutschland wahrscheinlich alle Amok gelaufen wären ;) Leider können weder
Worte noch Bilder die schönen Aussichten beschreiben… ihr solltet einfach alle
herkommen und euch selbst davon überzeugen!
Als wir dann gegen Nachmittag zurück am Parkplatz angekommen
waren, waren wir beide froh unsere schmerzenden Füße von den Schuhen zu
befreien und uns auf den Weg zurück nach Queenstown machen zu können, doch dann
DER Schock: Dave wollte nicht anspringen! Alles gute Zureden half nichts. Nach
einem kurzen Check stellte sich heraus: Die Batterie war leer! Wie das passiert
sein konnte war uns in dem Moment absolut unklar. Klar war nur eins: Wir waren 26 km von der nächsten
Siedlung entfernt, Handyempfang gab es keinen und alleine würden wir Dave wohl
nicht mehr zum Laufen bekommen. Also blieb nur eins: Abwarten bis andere Leute
vom Track zurückkommen. Nach einer halben Stunde des bangen Wartens war es dann
endlich soweit und zwei Französinnen kamen des Weges. Die beiden hatten leider
kein Überbrückungskabel, erklärten sich aber bereit Flo mit zurück nach
Glenorchy zu nehmen, während Carina bei Dave warten sollte (und dabei von
Sandlies aufgefressen wurde). Nach einer Stunde kamen die beiden Frauen dann
mit Flo zurück. Die Notfallnummer, die wir eigentlich für genau solche Fälle
von der Vermietung bekommen hatten, war „not available“, aber ein netter Mann
an der Tankstelle hatte uns sein Überbrückungskabel ausgeliehen. Also
eigentlich alles perfekt, doch dann das nächste Problem: Wo ist eigentlich die
Batterie/Wie öffnet man die Motorhaube? Zu viert suchten wir wie wahnsinnig
überall in und um Dave herum nach einem Schalter. Inzwischen war noch ein
junges Pärchen dazugekommen, das uns ebenfalls helfen wollte und
zufälligerweise auch aus Frankreich kam. Wenig später folgte noch ein junger
Mann, der genau neben uns geparkt hatte und (wie sollte es anders sein) auuuuch
Franzose war. Mittlerweile waren wir dann also zu siebt aber es lies sich
einfach keine Lösung finden. Wir waren schon kurz davor die „den Berg
runterschieben“-Methode zu versuchen als Carina ein älteres (vermutlich
neuseeländisches) Pärchen entdeckte, die wir bereits auf dem Track getroffen
hatten. Die beiden wussten zum Glück, dass die Batterien sich unter dem
Beifahrersitz befinden! Erstes Problem gelöst! Zweites Problem: Das
Überbrückungskabel war verdammt kurz und hätte nur von Dave bis zu dem Auto des
Franzosen gereicht. Der wusste allerdings genauso wenig wie wir, wie seine
Motorhaube zu öffnen ist! Das große Suchen ging also wieder von vorne los wurde
dann aber kurzerhand abgebrochen, mit dem Vorschlag Dave und den Van der beiden
Frauen doch nebeneinander zu positionieren. Mit ein wenig rangieren und in
Dave’s Fall dem kräftigen Schieben von fünf Personen hatten wir es dann
geschafft! Alle Kabel angeschlossen, Motor an uuuuund Dave schnurrt wieder wie
ein Kätzchen! Wir können euch gar nicht sagen, wie erleichtert wir waren. Wir
haben uns hundertmal bei allen Anwesenden bedankt und zum Schluss gab es dann
auch noch ein schönes Gruppenfoto. „To demonstrate this rare occassion of
german-french-friendship“ wie eine der Französinnen meinte.
VIVE LA FRANCE!!!
Hi Carina + Flo,
AntwortenLöschenes geht doch nichts über eine ordentliche Dave-Übergabe und es gibt nichts, was nicht überall passieren kann. Aber so wird es euch bestimmt nicht langweilig. Viele Grüße aus dem kalten und noch teilweise weißen Duderstadt
Michael
Hallo ihr beiden,
AntwortenLöschenbin jetzt wieder aus England zurück, erfreue mich an euren Blog-Enträgen (ist wie ne Sitcom für uns) und werde fleißig kommentieren. Schön dass es euch gut geht und Bilbo sich in seienr Wahlheimat zurechtfindet!
Übrigens wollen wir Dave auch mal von Innen sehen (klingt irgendwie ecklig...)!
Viel Spaß euch noch und weiterhin gute(!) Fahrt!
P.S. euere Wohnung steht noch...