Mittwoch, 17. April 2013

The one with a long way back home

Erstmal vorweg, falls es jemand noch nicht mitbekommen haben sollte: Wir sind heile und gesund wieder in Deutschland angekommen! Der Weg dahin war allerdings nicht ganz so entspannend.


Zu unserem letzten vollen Tag in Neuseeland gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Morgens waren wir gemütlich in einem netten kleinen Café frühstücken und haben es uns dann noch mal am Strand von Whitianga gemütlich gemacht. Carina hat es da auch endlich geschafft einen Sonnenbrand zu bekommen. Danach ging es dann einmal über die Straße wieder zum Hostel wo wir gleich erstmal zwei Waschmaschinen und dann zwei Trockner für uns beansprucht haben. Tja und als das dann erledigt war ging es ans Packen. Das war vielleicht ein Gestopfe und Gezerre. Zu allem Unglück waren einige der Souvenire ja auch noch zerbrechlich und mussten so möglichst gut gepolstert werden. Am Ende haben wir aber doch noch alles unter gebracht, wenn es auch knapp war. Angst hatten wir jetzt nur noch vor der Waage am Flughafen.

Den Abend haben wir dann bei einem leckeren Essen in einer Sportsbar ganz kiwilike ausklingen lassen. Den Rückweg haben wir bei sternenklarem Himmel direkt am Strand zurückgelegt. Ach wie uns das Meeresrauschen fehlen wird…

Am nächsten Morgen sind wir dann schon sehr früh aufgestanden und haben ausgecheckt. Immerhin müssen ja alle Eventualitäten wie Staus, Unfälle, Vulkanausbrüche und Herden wild gewordener Oppossums bedacht werden. Letztendlich waren wir dann so früh an der Mietstation und die Leute dort haben uns so schnell wieder abgewimmelt (nicht mal angeschaut hat sich jemand das Auto O.o) das wir schon gegen halb elf am Flughafen waren. Tja und unser Flugzeug sollte um 17:50 Uhr starten. Mit Essen, noch einem letzten Mal Souvenire shoppen und in Flos Fall einem kleinen Mittagschläfchen haben wir die Zeit aber doch einigermaßen überbrücken können. Mit dem Gewicht der Rucksäcke gab es übrigens kein Problem. Wir durften zusammen 60 kg mitnehmen und hatten 48 kg. Trotzdem haben unsere Flightbags einen schicken „Heavy“-Anhänger bekommen.

Der erste Flug ging dann nach Melbourne und war ganz angenehm, da in unserer Dreierreihe der Fensterplatz direkt am Notausgang frei war. Flo hat sich diesen gleich unter den Nagel gerissen, da man hier unendlich viel Beinfreiheit hat. Von Melbourne nach Dubai hatten wir dieses Glück allerdings leider nicht mehr. Dieser Flug war mit knapp unter 14 Stunden auch der längste und hat uns ganz schön geschafft. Zum einen hatten wir mittlerweile seit gut 18 Stunden kein Tageslicht mehr gesehen, bekamen aber ständig Essen serviert, zum anderen war auch Schlafen in dieser Enge nur bedingt möglich. Kaum war man eingeschlafen, war man auch schon wieder wach. Mal lag das einfach nur an der unbequemen Position, mal daran, dass man von einem gewissen Inder, der ständig im Handgepäcksfach herumwühlen musste, auf den Fuß getreten wurde. Zudem mussten sich doch einige Leute in unserer Umgebung übergeben, obwohl wir nicht wirklich schlimme Turbulenzen hatten. Auch Flo ging es teilweise nicht ganz so gut, was aber daran lag, dass die Stewardess sein „I’d like some tea“ mit „I’d like something to eat“ missverstanden hatte, woraufhin ihm zwei leckere Chicken Pies vorgesetzt wurden.

Wir waren dann doch sehr froh, als wir in Dubai angekommen waren und dort nach zwei Stunden dann auch die Sonne aufging. Noch froher waren wir allerdings, als plötzlich seltsame Geräusche aus Carinas Rucksack zu hören waren. Als wir noch darüber rätselten was es damit auf sich haben könnte, kam plötzlich ein kleiner wuschliger Kopf zum Vorschein und uns wurde klar, was da die letzten Tage immer wieder hinter uns her gehuscht war: Bilbo! Unser lieber Freund konnte sich nach all den Abenteuern doch nicht mehr mit seinem Zuhause in Hobbiton zufrieden geben und ist uns gefolgt. Wir haben uns wirklich sehr gefreut ihn wieder bei uns zu haben!

Jetzt stand uns nur noch der letzte und sechsstündige Flug nach Frankfurt bevor. Hier saßen wir zum Glück wieder in einer Zweierreihe und hatten außerdem ein nettes älteres Ehepaar aus Brisbane vor uns sitzen, mit denen wir ein wenig ins Gespräch kamen. So verging die Zeit verhältnismäßig schnell und in Frankfurt angekommen konnten wir auch schon nach kurzer Zeit erleichtert unser Gepäck in Empfang nehmen.

Im Empfangsbereich warteten dann auch schon Carinas Eltern und Schwester, die mit ihrem Fahndungsplakat die Aufmerksamkeit aller Umstehenden erfolgreich auf sich ziehen konnten. Da wurde uns doch tatsächlich unterstellt, wir hätten den armen Bilbo aus seiner Heimat entführt. Dem müssen wir aber doch ganz heftig widersprechen!

Nachdem wir mal wieder mehr als zerknautscht aussahen, gab es Zuhause erstmal eine schöne heiße Dusche, etwas zu essen und die Gelegenheit unsere Rucksäcke und deren Inhalt zu inspizieren. Erfreulicherweise hat außer einer Tafel Schokolade auch alles gut überlebt.

Carinas Eltern waren übrigens damit beauftragt worden uns frühestens um zehn Uhr schlafen zu lassen, was sich gegen Abend als echte Herausforderung herausstellte. Beim gemeinsamen Video-schauen fielen uns immer wieder die Augen zu und als alles „AUFWACHEN!“ nicht mehr viel half wurden wir kurzerhand dazu genötigt um neun Uhr noch mal zu einem nächtlichen Spaziergang aufzubrechen. Bei Carina zeigte dieser allerdings keine nennenswerten Wirkungen und hätte man sie eine Minute aus den Augen gelassen hätte sie sich vermutlich unter den nächsten Baum gelegt und wäre dort binnen Sekunden eingeschlafen.
Daher von unserer Seite noch mal ein großes Lob an unsere Wachhalter! Ihr habt euren Job wirklich sehr ernst genommen ;)

Tja und am nächsten Tag stand dann auch die Rückfahrt nach Nürnberg an. Hier wurden wir nach einer mehr als staureichen Autofahrt an unserer Wohnungstür von einem Plakat, Luftballons und Luftschlangen begrüßt. Sogar im Kühlschrank war etwas für uns hinterlegt worden. Dafür, für die zahlreichen Kommentare zu unseren Beiträgen und das Aufpassen auf Haus und Hof noch mal ein Disneyworld-großes Dankeschön an Michael und Vanessa! Ihr seid die besten der besten der besten mit Auszeichnung J

Tja und nun sind wir wieder hier, haben schon den zweiten Arbeitstag hinter uns und die Waschmaschine ächzt unter den zu bewältigenden Massen. Wir sind schon sehr traurig, dass dieses kleine Abendteuer jetzt schon wieder vorbei ist. Die weiten Aussichten, grasgrünen Hügel, klaren Seen, kreischenden Möwen und das Meeresrauschen werden uns doch sehr fehlen. Aber wir hoffen diesen Blog irgendwann in eine zweite Runde gehen lassen zu können und dann auch wieder Bilbo an unserer Seite zu haben.

Aber wir wollen uns noch nicht ganz von euch verabschieden, da in den nächsten Tagen vermutlich noch ein paar Einträge mit Videos, die wir aus Zeitgründen nicht mehr hochladen konnten, folgen werden. Also schaut ruhig noch ein Weilchen immer mal wieder vorbei. Wir würden uns auf jeden Fall darüber freuen J

Sweet As!

Carina und Flo


Bilboooooooooo

Willkommensplakat an unserer Wohnungstür

Bernhard: Was? Nur so wenig Schokolade habt ihr mitgebracht?
Flo: Also mehr hat wirklich nicht in die Flightbags gepasst!
Carina: Wartet, wartet... ich hab hier noch was!



Unser Empfangskomitee mit Fahndungsplakat

Freitag, 12. April 2013

The one with some time at the beach

Der heutige Tag begann mit einem traumhaften Frühstück auf der Dachterrasse unseres Hostels. Bei strahlendem Sonnenschein und einer wunderschönen Aussicht auf die Bucht von Tauranga schmeckte das Essen gleich dreimal so gut.

Leider wartete aber noch eine zweistündige Fahrt auf uns und so hieß es um zehn Uhr wieder: Zwei große Rucksäcke, zwei kleine Rucksäcke, eine Kühltasche, eine Tasche mit Waschmittel, Sonnencreme und anderem Allerlei, eine Souvenirtasche, eine Tasche mit unseren Einkäufen und uns selbst ins Auto verfrachten und dann auf nach Whitianga. Auf dem Weg hierher haben wir mal wieder einem Hitchhiker weitergeholfen. Eine junge Neuseeländerin, die bereits zwei Stunden zu Fuß unterwegs war und für die Strecke, die wir sie dann mitgenommen haben bestimmt noch mal drei Stunden benötigt hätte. Sie hatte den extremsten Kiwi-Slang den wir bis jetzt gehört haben und so hatten wir ein wenig Probleme ihren Erzählungen im Detail zu folgen aber es war trotzdem sehr nett.

In Whitianga angekommen ging es dann nach dem Einchecken und dem rekordverdächtigen Zumüllen unseres Zimmers direkt weiter zum Hot Water Beach. Hier besorgten wir uns zwei Schaufeln und gesellten uns zu den etwa dreißig anderen Leuten die entweder auch am Buddeln waren oder bereits ihre selbstgemachten Hot Pools genießen konnten. Am Hot Water Beach ist es nämlich so, dass ein kleiner (wirklich sehr kleiner) Strandabschnitt von einer heißen Quelle gespeist wird. Wenn man also anfängt Löcher in den Sand zu buddeln, füllen sich diese relativ schnell mit heißem Wasser und man kann sich gemütlich hineinlegen. Man muss allerdings aufpassen, nicht zu nah an die Quelle zu kommen, denn dort ist das Wasser ungelogen kochend heiß. Fast noch schöner als den Beach selbst fanden wir aber das Baden im Ozean. Dieser war nämlich relativ warm und die Wellen einfach nur traumhaft.

Nachdem wir hinterher noch eine Weile in der Sonne lagen, haben wir in einem netten kleinen Café zu Mittag gegessen und uns dann aufgemacht zu seinem weiteren Highlight der Region: Dem Walkway zur Cathedral Cove. Diesen sind wir dann allerdings gar nicht ganz bis zum Ende gegangen, da wir eine kleine Wegabzweigung zur Stingray Bay gemacht haben und es uns hier viel besser gefiel (Cathedral Cove kennen wir beide schon vom letzten Mal). Wir hatten die kleine Bucht fast die ganze Zeit für uns alleine und konnten so noch ein wenig das schöne Wetter genießen und uns vom Trubel am Hot Water Beach erholen.

Zurück im Hostel angekommen ging es nach einer schnellen Dusche dann auch noch mal kurz in die Innenstadt von Whitianga zum Fish and Chips Laden. Ach wie werden uns diese kleinen Buden fehlen…

Tja und jetzt liegen wir gemütlich in unserem Zimmer und hören von hier aus sogar noch die Wellen rauschen. Morgen wollen wir frühstücken gehen und uns dann an die Bewältigung der Wäscheberge machen, die sich mal wieder angestaut haben. Tja und dann müssen wir es irgendwie schaffen unsere gesamten Sachen in zwei Rucksäcken oder wenigstens noch in den Flightbags zu verstauen und dabei nicht über 30 kg zu kommen. Das wird interessant ;)

Übrigens hatten wir den ganzen Tag immer wieder das Gefühl, wir würden von jemandem verfolgt werden… aber das werden wir uns wohl nur einbilden…

Dann bis bald in good old Germany

Carina und Flo

Breakfast

Carina am Hot Water Beach

Flo und Quack am Hot Water Beach

Stingray Bay

Carina und Quack am Hot Water Beach

Fish and Chips so wie es gekauft wurde

ausgepackt: Yummy

Fertig

Mittwoch, 10. April 2013

The one with the loss of a fellow friend


Heute war für unseren lieb gewonnenen Freund Bilbo Baggins ein großer Tag: Wir sind nach unserer langen, langen Reise endlich an seinem Heimatort angekommen: In Hobbiton!
Die Fahrt von den Waitomo Caves nach Matamata und zur Alexander Farm, die als Kulisse für Hobbiton gilt verlief ereignislos und wir konnten auch direkt an der nächsten Tour teilnehmen. Bilbo war schon sehr aufgeregt und ist das ein oder andere Mal direkt vor uns hergerannt. Laut unseres Guides gab es drei Gründe für die Auswahl dieses Ortes als Drehort für Hobbiton.
Erstens: Die hügelige, grüne Landschaft.
Zweitens: Der Party Tree, ein großer Baum, der genauso aussieht wie im Buch beschrieben.
Drittens: Der kleine See vor dem Party Tree, der bereits vor einigen Jahren von den Farmbesitzern angelegt wurde.
Wir durften also die vielen großen und kleinen Hobbithöhlen bestaunen und waren vor allem von der Detailverliebtheit ganz begeistert. Besonders Bag End hatte es uns und unserem kleinen Freund natürlich sehr angetan. Bilbo rannte förmlich darauf zu und man konnte ihm deutlich ansehen, dass er froh war, wieder Zuhause zu sein. Wir haben uns natürlich auch sehr für den kleinen Kerl gefreut, aber wir sind doch sehr traurig, dass er nun nicht mehr bei uns ist.

Zum Glück gab es danach erstmal eine gemütliche Einkehr im Green Dragon, wo wir uns ein Bier und einen Cidre genehmigten. Auf der anschließenden Busfahrt zurück zu unserem Auto, hatten wir kurzzeitig das Gefühl, jemand würde hinter dem Bus her rennen, aber das muss wohl ein Irrtum gewesen sein.

Nun nur noch zu zweit setzten wir unsere Reise also fort nach Tauranga, wo wir am frühen Nachmittag ankamen. Lustigerweise hatten wir beide die Stadt als wesentlich kleiner und wesentlich unschöner in Erinnerung. Wir wurden dann relativ schnell vom Gegenteil überzeugt. Nach einem schnellen Einchecken im Hostel machten wir uns dann noch mal mit Louis auf den Weg zum Mount Maunganui, für den der Ort mehr oder weniger berühmt ist. Bevor wir uns daran machen wollten diesen zu Erklimmen galt es allerdings noch einen ATM zu finden um Geld abzuheben und Getränke zu kaufen. Das stellte sich jedoch als schwieriger heraus als gedacht und wurde außerdem noch durch den Besuch einiger Souvenirläden in die Länge gezogen. Als wir dann schließlich wieder am Fuße des Berges angekommen waren, stellte sich die Frage ob ein Aufstieg aufgrund der späten Uhrzeit überhaupt noch sinnvoll wäre. Als wir noch so überlegten kam uns auch schon eines der Mädels, die wir mit nach Wai-O-Tapu genommen hatten entgegen (irgendwie trifft man in Neuseeland jeden mindestens zweimal). Von ihr erfuhren wir, dass man nur etwa eine Stunde bis zum Gipfel braucht und machten uns damit an den Aufstieg. Der war zwar ein wenig anstrengend aber schon auf halber Strecke erkannten wir, dass es sich auf jeden Fall lohnen würde. Die Aussicht war mal wieder atemberaubend und der langsam beginnende Sonnenuntergang tat sein übriges. Wir lassen an der Stelle einfach mal wieder die Bilder für sich sprechen.

Nachdem wir dann auch nach den Abstieg hinter uns gebracht hatten ging es zurück nach Tauranga und dort zum (laut Hostel) besten Fish and Chips der Stadt. Der war auch wirklich verdammt lecker und so günstig, dass sich entweder die Kassiererin verrechnet haben muss oder wir unbewusst irgendein Sonderangebot in Anspruch genommen haben.

Tja, nun haben wir leider nur noch zwei volle Tage hier am schönsten Ende der Welt. Wir werden schon ein wenig wehmütig…
Pläne für diese beiden Tage sind auf jeden Fall:
  1. Jeden Tag Fish and Chips essen (warum gibt’s das nur nicht in Deutschland???)
  2. Hot Water Beach und Cathedral Cove anschauen
  3. Es irgendwie schaffen sämtliche Mitbringsel und Einkäufe in unseren Rucksäcken und/oder Flightbags zu verstauen

Morgen früh fahren wir dann weiter nach Whitianga, von wo aus wir all diese Punkte in Angriff nehmen wollen. Nach Auckland werden wir erst Samstagfrüh fahren um unseren Mietwagen zurückzugeben. Die Stadt selbst werden wir uns damit nicht wirklich anschauen, was uns aber auch nicht wirklich Leid tut ;)

Viele Grüße von Carina und Flo, ohne Bilbo (das reimt sich, ist aber trotzdem nicht gut L)

Bilbo zeigt Flo sein Zuhause

Bilbo zeigt Carina seine Nachbarn

Hobbithöhle

Bag End

Carina ist selbst hier am Putzen

Blick auf den Partybaum

Flo schaut aus einem Hobbithaus 
Carina schaut aus einem Hobbithaus

Carina sagt Bilbo auf Wiedersehen

zum Abschied wird gewunken

Anstoßen im Grünen Drachen

Blick vom Mt. Maunganui

Traumhafter Sonnenuntergang auf dem Mt Maunganui

Immer noch der gleiche Sonnenuntergang

Der Hafen von Mt Maunganui

Dienstag, 9. April 2013

The one with a lot of shopping and some underground fun


Der Montagmorgen begann gleich erstmal mit einer kleinen Überraschung für uns. Die Mädels, die wir mit zum Wai – O – Tapu genommen hatten, waren hinterher kaum davon zu überzeugen, dass sie uns dafür kein Geld geben sollten. Erstens wären wir sowieso dorthin gefahren, zweitens sind wir ja auch immer mal wieder mitgenommen worden und drittens hätten die umgerechneten Kosten wahrscheinlich zwei Dollar pro Person betragen. Wir hatten den beiden allerdings erzählt, dass uns damals bei unserem Work and Travel Aufenthalt nur einmal etwas geklaut wurde. Nämlich unsere Essenstüte in Christchurch, in der sich leider Feta-Käse befunden hatte. Den hatten wir uns damals einmal gönnen wollen. Man muss dazu sagen, dass Käse allgemein hier ziemlich teuer ist und Feta erst Recht. Tja, die beiden hatten sich offensichtlich nicht mit unseren Beteuerungen, dass das schon okay ist zufrieden geben wollen und so stand eine von ihnen vor unserer Zimmertür mit einem Feta in der Hand. Totaaaal lieb und überhaupt nicht nötig, aber so süß, dass sie an die Geschichte gedacht haben.

Das war dann auch mehr oder weniger das spannendste, das wir an diesem Tag erlebt haben. Wir sind den ganzen Tag durch die Stadt gebummelt, haben ein wenig nach Souvenirs Ausschau gehalten, auch das ein oder andere gekauft (Kommentaranzahl, Pflege von Haus und Hof sowie Email- und Facebooknachrichten werden selbstverständlich honoriert ;)) und uns mit einigen Verkäufern nett unterhalten. Einen ziemlich kleinen aber unglaublich süßen Laden, in dem es auch nicht nur den üblichen Touri-Ramsch gab hatten wir besonders in unser Herz geschlossen. Noch während die Verkäuferin schon unsere Sachen einpackte fielen uns neue Dinge ins Auge. Irgendwann meinte Carina „We really have to go now!“, was die Verkäuferin dazu verleitete lachend „Oh no! Just take a look around. Can I make you a cup of tea?” zu erwiedern.

Den Tag haben wir dann mit einem kleinen Spaziergang am See ausklingen lassen bis es wieder zurück ins Hostel ging. Für das müssen wir auch unbedingt noch eine Bewertung auf www.bbh.co.nz schreiben. Bei den Top 10 unserer bisherigen Hostels steht es im Moment auf Platz 2 (gleich nach dem Wanaka Bakpaka (übrigens kein Schreibfehler unsererseits) in dem wir ein größeres Zimmer als in so manchem Hotel hatten). Also, solltet ihr jemals nach Rotorua kommen, dann merkt auch das „Funky Green Voyager“. Schöne, saubere Zimmer, super Küche mit kostenlosen Gewürzen, fast jeden Morgen Muffins für einen Dollar und Eier für vierzig Cent, gut funktionierende Laundry, hübscher ruhiger Außenbereich und Unmengen von Discounts auf alle möglichen Aktivitäten in und um Rotorua. Wir haben insgesamt etwa 60 Dollar damit gespart. Geleitet wird das ganze übrigens von einem Deutsch-Kiwi-Pärchen.

Da wir das Hostel und seine Bewohner doch ein wenig lieb gewonnen hatten, fiel es uns heute Morgen nicht ganz leicht auszuchecken. Aber vier Nächte sind bei unserem strengen Zeitplan schon einiges. Nun machten wir uns also auf den Weg nach Waitomo, zu den Waitomo Caves. Hier kann man Blackwater Rafting (also unter Tage) in all seinen Ausführungen machen. Wir hatten uns für eine drei Stunden Wet-Tour entschieden. Diese begann um zwölf Uhr mit der Auswahl der geeigneten Kleidung. Wir durften uns also mal wieder in die über alles geliebten Neoprenanzüge zwängen. Zusätzlich dazu gab es diesmal auch noch Neoprensocken, Gummischuhe und einen Helm mit Stirnlampe… oh und natürlich einen Gummireifen. Nach einem ersten Test unserer Ausrüstung, der darin bestand rückwärts mit dem Gummireifen über dem Hintern in einen kleinen Bachlauf zu hüpfen ging es dann auch schon los zur Höhle. Deren Eingang war von außen kaum zu erkennen aber mutig zwängten wir uns durch die enge Öffnung um kurz darauf auch gleich von einer mit Stalagmiten und Stalaktiten geschmückten Höhle begrüßt zu werden. Die nächsten eineinhalb Stunden verbrachten wir damit diese zu durchwandern. Dabei mussten wir immer darauf achten nicht in allzu tiefe Stellen zu treten und, besonders in Flos Fall, uns nicht den Kopf zu stoßen. Das Wasser, das durch die Höhle floss war natürlich mehr als kalt, durch die Wetsuits aber eigentlich gut erträglich. Nur die Hände und Füße waren gegen Ende doch ziemlich taub geworden. An zwei Stellen galt es übrigens einen kleinen Wasserfall rückwärts hinunter zu springen, so wie wir es vorher außerhalb der Höhle geübt hatten. Das war für Carina, die zwar immer für einen Skydive zu haben ist, bei Leitern und Sprungbrettern aber gerne mal Reißaus nimmt, zwar eine kleine Herausforderung, aber viel Zeit zum Überlegen gab es bei dem fließbandmäßigen „Three, two, one, JUMP“ unseres Guides ohnehin nicht. Dieser lies es sich dann auch nicht nehmen einen der Wasserfälle mit Anlauf und lautem „Geronimo-Schrei“ zu überwinden. Neben all der Aktion gab es allerdings noch zwei sehr friedliche Momente. Nämlich dann, als wir in unseren Reifen sitzend und unseren Hintermann jeweils an den Füßen gepackt, als lange Kette durch den unterirdischen Fluss treibend unsere Stirnlampen ausschalten durften. Die komplette Höhlendecke über uns war über und über mit bläulich leuchtenden Glowworms bedeckt (wir schreiben extra nicht Glühwürmchen, weil das nicht das gleiche ist) … wirklich ein wahnsinnig schöner Anblick, bei dem man glatt das kalte Wasser vergessen konnte.

Nach unserem kleinen Abendteuer wurden wir dann mit einer heißen Dusche sowie Suppe und Bagels belohnt. Das hatten wir auch bitter nötig, denn das ganze Herumgeklettere war doch anstrengender als wir gedacht hätten. Da es aber erst drei Uhr war, war noch genug Zeit um in das nahe gelegene Kiwihouse zu gehen. Hier durften wir es also betrachten, das Wappentier Neuseelands, das größer ist, als man es sich doch meistens vorstellt. Wir waren ganz begeistert von den zwei Gesellen, die wir bestaunen durften und hatten auch noch das Glück, genau zur Fütterungszeit dort zu sein. Allgemein war die kleine Anlage sehr schön und nicht so überlaufen wir das Kiwihouse in Rotorua. Das mag daran liegen, dass sich nach Otorohanga wirklich nur Leute verirren, die die Waitomo Caves besichtigen. Nach den beiden Kiwis gab es natürlich auch noch andere einheimische Vögel und Echsen zu bestaunen. Als wir das ausführlich getan hatten folgte nur noch die Fahrt zurück ins Hostel und ein mehr als ereignisreicher Tag ging zu Ende.

Auf bald!

Die Todesmutigen, achtet immer auf den weißen und den roten Helm

Bitte recht freundlich ;)

Carinas erster "Sprung"


Flos erster "Sprung"

Mitten in der Höhle

Der Ausgang ist erreicht

Die Überlebenden

Sonntag, 7. April 2013

The one with the Maori warriors and some yummy food


Am Samstag haben wir es dann mal wieder ein wenig ruhiger angehen lassen und so lange geschlafen, dass wir zur Putzzeit, in der das Betreten eigentlich verboten ist, in der Küche unser Frühstück zubereitet haben. Ups…
Am späten Vormittag ging es dann aber doch los in die Stadt um noch ein paar Mitbringsel zu besorgen. Wir haben übrigens überlegt, eventuell nur den Personen etwas mitzubringen, die mindestens einen Kommentar in unserem Blog geschrieben haben. Also vielleicht sollte der ein oder andere doch mal die Tasten klappern lassen ;)

Nachdem wir Carinas Gesundung mit einem Besuch beim besten Fish and Chips der Stadt gefeiert haben ging es dann abends in Polynesian Spa. Hier haben wir wieder mal einen Discount unseres Hostels in Anspruch genommen, was uns immerhin vier Dollar gespart hat. Nachdem wir aus den Umkleidekabinen kamen und unsere Sachen verstauen wollten, wurde uns bewusst, dass wir für die Nutzung der Schließfächer einen Token an der Rezeption hätten kaufen müssen. Als wir gerade darüber diskutierten, noch mal dorthin zu gehen kam auch schon ein Bademeister auf uns zu.
„Hey, can I help you guys?”
“Ah, we just talked about going back to the reception to get a token”
“Well, no worries, I’ll just give you one of mine. Here take that!”
Damit war dann auch das Problem gelöst und wir mal wieder völlig verblüfft von so viel Freundlichkeit. Der Spa war auch richtig, richtig schön. Insgesamt standen uns sieben Pools mit Temperaturen zwischen 39 und 42 Grad zur Verfügung. In einem davon hatte man außerdem eine traumhafte Aussicht auf den See. Im heißen Wasser liegend, den Sternenhimmel betrachtend und dem Geplapper von mindestens dreihundert Japanern lauschend haben wir es uns mal richtig gut gehen lassen.

Heute dann, also am Sonntag, wurden bei uns übrigens die Uhren eine Stunde zurück gestellt. Das heißt wir sind euch jetzt nur noch zehn Stunden voraus und durften ein wenig länger schlafen. Das traf sich auch ganz gut, denn der Wecker klingelte bei uns schon um sieben Uhr. Wir frühstückten schnell und machten uns dann mit zwei deutschen Mädels auf den Weg nach „Wai – O – Tapu – Thermal Wonderland“. Auch hierbei handelt es sich natürlich um ein Gebiet mit hoher geothermaler Aktivität. Eigentlich blubbert und dampft es hier in Rotorua sowieso an jeder Ecke. Ein einfacher Besuch im örtlichen Park reicht schon um sich davon zu überzeugen. Im Wai – O – Tapu ist das ganze aber noch mal ein wenig spektakulärer mit vielen verschiedenen Seen, deren Farben von quietschegrün bis knallorange reichen. Genauso vielfältig wie die Farben sind dann auch die Namen der jeweiligen Gewässer. Mit „Devils Bath“, „Champagne Pool“ und „Frying Pan Flat“ seien nur einige genannt. Pünktlich um 10 Uhr machen sich dann alle Besucher des Parks auf den Weg zu ihren Autos, fahren fünf Minuten zu einem anderen Parkplatz und erwarten dann den Ausbruch des Lady Knox Geysirs um 10:15 Uhr. Wir haben uns das ganze Spektakel natürlich auch nicht entgehen lassen. Hervorgerufen wird der Ausbruch übrigens mit einer Art Seife (sonst wäre die gute Lady Knox eher unpünktlich). Eigentlich ein wenig verrückt, aber immerhin wurde der Geysir auch genauso entdeckt, nämlich als Gefängnisinsassen ihre Wäsche im heißen Wasser waschen wollten.

Am Mittag ließen wir uns dann die Reste unserer Lasagne schmecken und lagen ein wenig faul in der Sonne, die uns die letzten Tage mal wieder sehr gut zu Diensten war. Um kurz vor fünf ging es dann weiter im Tagesprogramm. Wir wurden von einem Bus abgeholt, der uns zum Mitai bringen sollte – einem Maoridorf in dem wir ein wenig von der traditionellen Lebensweise erfahren wollten.
Begonnen hat die Vorstellung mit dem Einzug eines mit Kriegern besetzten Kanus auf einem kleinen Fluss der zum Dorf gehört. Anschließend wurden wir in einen Raum geführt, in dem wir uns hinsetzen und den vielen Tänzen und Gesängen der traditionell gekleideten Maori lauschen konnten. Es war wirklich eine sehr schöne und beeindruckende Vorstellung. Mit den tatoowierten Gesichtern und den weit aufgerissenen Augen und herausgestreckten Zungen sehen die Krieger schon sehr respekteinflößend auf und nicht wenige Kleinkinder und Babys haben erstmal das Heulen angefangen als die Kriegsschreie anfingen. Die Maori, die natürlich heute nicht mehr so leben wie es in der Vorstellung gezeigt wird, haben aber auch immer wieder humorvoll genau darauf hingewiesen. „You know, we also got that stuff like electricity, heating … facebook!”.
Nach den Aufführungen ging es weiter in einen großen Saal wo wir dann endlich das lang ersehnte Hangi (eine Essenszubereitung, bei der alles in einem mit heißen Steinen ausgefüllten Erdloch gegart wird) probieren konnten. Das Essen war wirklich sehr, sehr lecker und vor allem mehr als ausreichend. Wir haben alles einmal versucht und können nun sagen, dass Kumara (Süßkartoffel) und Stuffing wirklich das einzige sind, das uns nicht geschmeckt hat… beides irgendwie zu süß für unsere Geschmacksnerven.
Der Abend war damit aber noch nicht zu Ende. Nachdem es jetzt draußen dunkel war, konnten wir mit unserem Guide noch auf eine kurze Tour durch den Wald aufbrechen. Hier wurden uns verschiedenen Bäume und deren Bedeutung bzw. Verwendung erklärt. Wir waren alle mit Taschenlampen ausgestattet und leider stellte sich heraus, dass der Großteil unserer Mitwanderer wohl noch nie mit solchen in Berührung gekommen war. Alles Stadtkinder ;) Nein, wir waren doch erstaunt wie man es fertig bringen kann, konstant anderen Leuten ins Gesicht zu leuchten. Schließlich kamen wir an einer Quelle an, bei der wir gebeten wurden unsere Taschenlampen auszuschalten (dauerte auch nur gute fünfzehn Minuten bis das alle erledigt hatten) um die Glowworms, die sich hier tummelten bewundern zu können. Das war auch wirklich beeindruckend aber noch beeindruckender war der Anblick, als unser Guide eine große Lampe an der Quelle aufleuchten lies. Wir können glaub ich ziemlich sicher behaupten, dass wir in unserem Leben noch nie so klares Wasser gesehen haben. Die Fische, die sich hier tummelten sahen aus als würden sie in der Luft schweben und ihre Schatten zeichneten sich auf dem Grund der Quelle ab. Ein wirklich sehr schöner Abschluss eines, wenn auch ein klein wenig touristisch, doch wunderschönen Abends.

Es grüßen euch zwei vollgefutterte Backpacker

p.s. „Deutscher Meister wird nur der FCB, nur der FCB, nur der FCB“ ;)
   

Champagne Pool

Hier wohnt also der Teufel

Ausbruch von Lady Knox

Wir mit der guten Lady Knox

Quietschegrüner See

Mud Pool

Champagne Pool mit sehr viel Dampf

Unser Hangi - yummy!

Bilbo auf dem... öh... ja... Geschlechtsteil einer Maorischnitzung

Carina mit zwei Maorikriegern

Freitag, 5. April 2013

The one with saying „see ya“ (definitely not “goodbye”) to windy Welly, a short stop in Taupo and some smelly stuff in Rotorua


Der letzte Blogeintrag ist mal wieder eine Weile her, aber da es Carina die letzten Tage nicht allzu gut ging, hatten wir dafür nicht so wirklich Nerven. Jetzt ist aber zum Glück alles wieder auf dem Wege der Besserung.

Nun gut, aber beginnen wir mal mit Dienstag. Unserem letzten vollen Tag in Wellington. Hier haben wir es nun auch endlich mal geschafft, dass Free Breakfast in Anspruch zu nehmen. Danach ging es dann auf einen kleinen Streifzug durch die Stadt und schließlich zum Cable Car, das uns zu den botanischen Gärten brachte. Hier lagen wir eine Weile lang einfach nur in der Sonne (oh je, wir sehen schon eure bösen Mienen) und genossen den Ausblick über Wellington. Anschließend ging es noch auf einen kleinen Spaziergang durch den Park, zum Rosengarten und wieder zurück zum Cable Car.
Ursprünglich wollte Flo an diesem Abend eigentlich noch in guter alter Wellington-Manier Poker spielen gehen. Das fiel jedoch aufgrund einer falschen Hausnummer auf der Internetseite des Pubs leider ins Wasser. So verbrachten wir den vorerst letzten Abend in Wellington dann damit, den Wind ins Zimmer hineinwehen zu lassen und den traumhaften Ausblick auf diese traumhafte Stadt zu genießen.

Am Mittwoch war dann schweren Herzens das Packen angesagt. Ich glaub so schwer ist es uns noch nie gefallen, ein Hostel wieder zu verlassen, aber es ist nun mal das Rosemere. Aber immerhin wissen wir jetzt: Wenn wir in fünf Jahren wieder nach Neuseeland kommen, wird es im Rosemere vermutlich immer noch so sein wie zu unserer Work & Travel- Zeit.

Nachdem wir uns noch ein Weilchen mit dem neuen Manager des Hostels unterhalten hatten, wurden wir schließlich von unserem Shuttle abgeholt und zum Mietwagenunternehmen gebracht. Wir haben uns für Omega entschieden, da der Preis hier einfach unschlagbar war. Seit vorgestern dürfen wir nun also einen schicken kleinen Nissan Sunny unser vorübergehendes Eigen nennen. In tiefer Dankbarkeit an eine Gruppe Franzosen haben wir unser neues Schmuckstück auf den Namen Louis getauft.

Louis hat uns dann auch gut aus der Stadt hinaus und auf den Weg nach Taupo gebracht. Hier kamen wir allerdings aufgrund der fünf Stunden Fahrtzeit zwischen den zwei Städten erst relativ spät an. Wir hatten allerdings Glück und bekamen ein Doppelzimmer en Suite (so was von Luxus!) in der Rainbow Lodge, ebenfalls eine Unterkunft, die wir bereits kannten. Abends gab es dann nicht ganz so luxuriös eine Tomatensuppe aus dem Pak’n Save (ooooh zum ersten Mal Pak’n Save in Neuseeland! Irgendwie waren die auf der Südinsel nicht so verbreitet), die aber überraschend gut schmeckte und Carinas Magen ein wenig besänftigen konnte. Am Essenstisch kamen wir mit drei deutschen Mädels ins Gespräch (Hallo Inken, Marlene und Anne) und während wir uns so unterhielten verstrichen die Stunden, so dass wir schließlich erst nach Mitternacht in unser Zimmer zurückkehrten.

Am Donnerstag machten wir uns dann nach dem Frühstück mit den dreien auf zu einer heißen Quelle in Taupo. Diese entspringt auf einer kleinen Anhöhe und läuft dann durch verschiedene kleine Becken natürlichen Ursprungs bis sie in den Waikato River fließt. Hier kann man wunderbar im heißen Wasser liegen und immer mal wieder zur Abkühlung in den Fluss springen. Leider haben wir das an diesem Tag aus Zeitgründen nicht mehr gemacht aber es ist auf jeden Fall ein kleiner Geheimtipp, den sich jeder potentielle Neuseelandreisende merken sollte ;). Weiter ging es dann mit dem Auto zu den Huka Falls, einem Wasserfall des gerade schon erwähnten Waikato Rivers. Dieser ist wirklich beeindruckend und hier lassen wir einfach mal die Bilder für sich sprechen. Anschließend wurden alle wieder ins Auto verfrachtet und es ging noch mal zehn Minuten Fahrzeit weiter zu den „Craters of the Moon“. Das ist ein Gebiet, in dem an verschiedenen Stellen Dampf aus dem Boden aufsteigt. Überall liegt ein leichter Schwefelgeruch in der Luft und man merkt schon deutlich, dass man immer näher an Rotorua, dem Höhepunkt der geothermalen Aktivität in Neuseeland kommt.

Nachdem wir Inken und Marlene, die weiter nach Rotorua hitchhiken wollten an einer dafür günstigen Stelle herausgelassen hatten ging es mit Anne weiter an den Lake Taupo, genauer gesagt zur Acacia Bay. Nachdem wir uns genug an der Schönheit des Sees sattgesehen hatten, waren unsere Mägen leider alles andere als satt. Deswegen ging es auf Futtersuche zurück nach Taupo. Einstimmig wurde beschlossen, dass es (endlich mal wieder) Fish and Chips sein sollten. Leider stellte sich das als Problem heraus, denn auch trotz der mehr als freundlichen Hilfe einer Frau, die bestimmt 10 Minuten ihr Smartphone nach dem besten Laden der Umgebung befragte, lies sich nichts finden, das um die Uhrzeit geöffnet hatte. Letzten Endes beschlossen wir dann zu Dominos (einer Pizzakette) zu gehen und staunten erstmal nicht schlecht. Fünf Doller für eine normale Pizza? Das sind umgerechnet etwas mehr als drei Euro. Wir ließen uns trotz eines gewissen Unglaubens auf die Sache ein und hatten weniger später jeder eine leckere Pizza nach den jeweiligen Wünschen und zu einem unschlagbar günstigen Preis. Leider fing es genau dann als unsere Pizzen fertig waren wieder an zu regnen (das Wetter hatte den ganzen Tag über immer wieder mal nicht mitgespielt) aber wir fuhren trotzdem mit dem Auto wieder zurück an den Lake. Mit Aussicht auf den See, im Auto sitzend, umzingelt von mindestens dreißig hungrigen Möwen und genüsslich Pizza essend konnten wir den Tag dann ausklingen lassen.

Heute ging es dann weiter nach Rotorua. Diese Entscheidung fiel uns nicht ganz leicht, da wir in Taupo etwas nicht gemacht haben, das wir uns eigentlich unbedingt vorgenommen hatten: Das Tongariro Crossing, ein weiterer Great Walk. Allerdings sprachen sowohl das wechselhafte Wetter (der Track ist nur bei äußerst gutem Wetter überhaupt geöffnet) als auch Carinas wechselhaftes Befinden dafür, dies erst einmal sein zu lassen. Auch eine geplante Segelschifffahrt zu einigen zehn Meter hohen Maori Cavings fiel mehr oder weniger ins Wasser. Da wir aber beschlossen, diese eventuell von Rotorua aus nachzuholen (zwischen den zwei Städten liegt nur etwa eine Stunde Fahrzeit) ging es dann doch zu der Stadt, in der Carina 2007 sechs Wochen in einem Hotel gearbeitet hat. Es kamen auch direkt wieder ein wenig Heimatgefühle auf, als wir aus dem Auto stiegen und uns die ersten Schwefelschwaden entgegenwirbelten.

Wir wohnen hier in Rotorua in wahrscheinlich einem der schönsten Hostel Neuseelands in definitiv dem schönsten Zimmer auf unserer bisherigen Reise. Das dazugehörige Badezimmer ist sogar größer als unseres in Nürnberg (gut, wer unser Badezimmer kennt, weiß, dass das keine große Herausforderung ist, aber trotzdem ;)). Wir bleiben hier wahrscheinlich sogar vier Nächte, da es uns so gut gefällt und es in und um Rotorua so einiges zu erleben gibt.
Zuerst haben wir uns aber noch mit Inken und Marlene getroffen, da letztere ihre Postkarten bei uns im Auto vergessen hatte. Es folgte ein kleiner Spaziergang durch einen Park in Rotorua, an dem es mal wieder an jeder Ecke blubberte und dampfte. Noch dazu wurden wir hier von zwei Kerlen in unserem Alter angesprochen, die sich nach einem kurzen Vorgeplänkel gerne mit uns über Jesus unterhalten wollten. Als wir dankend ablehnten, fragten sie, ob sie denn vielleicht noch für uns beten dürften. Nachdem wir ihnen das gestattet hatten ging es auch direkt los. Frisch gesegnet verabschiedeten wir uns von den beiden Mädels.

Nächste Tagespunkt war ein Besuch beim Agrodome, einer Art kleinem Park ein paar Kilometer außerhalb von Rotorua, in dem man beispielsweise eine Sheep Show besuchen aber auch so lustige Dinge wie Zorben (in einem riesigen Ball den Hügel runterrollen) oder Swoopen (in einem Schlafsack einen kleinen freien Fall erleben) machen kann. Wir entschieden uns für die Farm Tour und saßen kurz darauf mit gut fünfzehn aufgeregten Japanern auf einem Wagen, der von einem Traktor über das Gebiet gezogen wurde. Wir durften wahnsinnig große Kühe, wahnsinnig gierige Schafe, wahnsinnig süße Babyalpakas und wahnsinnig scheue Rehe bestaunen und teilweise auch füttern. Besonders für Carina natürlich ein sehr schönes Erlebnis. Weiter ging es dann durch verschiedene Orchards … von Äpfeln über Kiwis und allerlei andere Früchte. Außerdem durften wir sowohl Kiwisaft als auch Kiwiwein und den hier sehr berühmten und auch nicht ganz günstigen Manuka Honig probieren.

Nach der Farm Tour wollten wir eigentlich noch zum Zorben, kamen hier aber gerade an, als alles geschlossen wurde. Eventuell werden wir das allerdings die nächsten Tage nachholen.

Zum Abschluss das Tages haben wir uns dann nach doch recht langer Zeit mal wieder daran gemacht richtig zu kochen und es gab eine sehr leckere Lasagne (Hallo Melisa ;)) die uns auch noch über den morgigen Tag bringen wird.

In dem Sinne: Viele Grüße aus Schwefelhausen! 

Rini mag das Rosemere nicht gehen lassen

Die Huka Falls

Hot Pools

Wir mit Bilbo bei den Huka Falls

Huka Falls die Dritte

Craters of the Moon: Vorsicht ist geboten!

Craters of the Moon die Zweite

Craters of the Moon die Dritte

Craters of the Moon die Vierte

Carina ist auf den Hund gekommen

Beim Alpaka füttern (man beachte wie beide grinsen)

Ein Babyalpaka <3

Flo versucht hungrige Tiere abzuwehren