Samstag, 30. März 2013

The one with 185 empty chairs


Heute war dann also der Tag, an dem unsere Südinseltour dem Ende zugehen sollte. Wahnsinn, wie schnell die Zeit doch vergangen ist. Fast drei Wochen sind wir nun schon hier und dabei kommt es uns vor, als wären wir gestern erst gelandet. Mittlerweile blicken wir schon mit Schrecken zu unserem Rückflugdatum und schauen uns immer mal wieder scherzhaft die Inserate für zum Verkauf stehende Häuser oder Grundstücke an ;) Neuseeland hat einfach so viele Aspekte, die uns wahnsinnig gut gefallen. Ein großer Nachteil ist natürlich die ewig weite Entfernung nach Deutschland. Also keine Sorge, wir kommen wieder zurück ;) aber Träumen wird man ja wohl noch dürfen …

Die Fahrt von Kaikoura zurück nach Christchurch war, davon abgesehen, dass unser Netbook nicht mehr wirklich mit uns kommunizieren wollte, relativ ereignislos. In Christchurch angekommen, hat Carina es tatsächlich geschafft, Flo ohne einen Fehler zu unserem Hostel zu lotsen! Applaus bitte! Dann war mal wieder Wäsche waschen angesagt. Da ja morgen unser Flug nach Wellington geht, haben wir uns der Herausforderung gestellt, alle bisher schon gekauften Sachen noch zusätzlich in unsere Rucksäcke oder zumindest in die Flightbags (Schutzhüllen für die Rucksäcke) zu quetschen. Das hat aber eigentlich ganz gut geklappt. Das Essen, das nicht mehr in die Rucksäcke passt oder einfach blöd zu transportieren wäre, wird morgen im Hostel in die „For Free Box“ wandern und damit bestimmt den ein oder anderen ankommenden Backpacker glücklich machen.

Nachdem das erledigt war und hier heute alle größeren Supermärkte geschlossen hatten, ging es dann auf zur Suche nach einem Subway. Davor wollten wir allerdings noch ein wenig durch die Stadt fahren um noch mal ein umfassenderes Bild von den Zuständen hier zu bekommen. Dabei haben wir dann durch Zufall etwas entdeckt, was wir uns sowieso anschauen wollten, von dem wir aber nicht wussten, wo es genau ist. Wir hatten im Internet von einem Platz gelesen, an dem ein Künstler 185 weiß gestrichene Stühle auf 185 qm frisch gelegtem Rasen direkt an der Red Zone (gesperrte Innenstadt von Christchurch) aufgestellt hat. Diese Stühle stehen für die 185 Toten des Erdbebens. Man findet hier alles, angefangen vom Maxi Cosi bis zum Kinderstuhl, Barhocker, Sessel, Rollstuhl… und vor jedem der Stühle steht ein kleiner Blumentopf mit frischen Blumen. Direkt gegenüber ist ein relativ großer Bereich komplett umzäunt. Hier stand einmal des CTV Building, in dem viele Menschen an diesem Tag gestorben sind. An dem Absperrgitter hängen immer noch bzw. wieder Blumen, Gedichte, Botschaften und Bilder. Außerdem liegen hier Steine, die mit beiliegenden Stiften von jedem der möchte mit Botschaften beschrieben werden können.
Wirklich ein sehr ergreifender Ort …

Our thoughts are with the people of Christchurch
185 Chairs

leerer Kindersitz
Rini ist sauer, weil wir Dave zurückgeben mussten



Donnerstag, 28. März 2013

The one with THE DOLPHINS!!!


Heute war mal wieder ein ganz besonderer Tag unserer Neuseelandreise! Wie gestern schon angekündigt, hatten wir uns zwei Plätze beim Delfinschwimmen gesichert. Also hieß es mal wieder: Früh aufstehen! (Allerdings schlafen wir hier sowieso selten aus, da um 10 Uhr meistens Auschecken angesagt ist).

Um neun Uhr ging es dann beim örtlichen „Dolphin Encounter“ auch schon los. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und anschließend mit etwa dreißig anderen Delfinfreunden in einer Reihe aufgestellt. Was folgte war eine kritische Musterung von oben nach unten und die anschließende Zuteilung von Flossen, Schnorchel, Kopfmaske und Neoprenanzug. Besonders letzterer muss natürlich äußerst eng sitzen, was in der Sammelumkleidekabine zu einigen gequälten Gesichtsausdrücken und vielen Lachern führte. Schließlich hatten wir uns aber alle in die Anzüge gequetscht, die Blutzufuhr zu Händen und Füßen war erfolgreich gestoppt worden und so konnten wir in den Vorführraum watscheln um uns noch ein Informationsvideo anzusehen. In diesem wird noch mal eindrücklich klar gemacht, dass wir es sind, die in den Lebensraum der Delfine eindringen, dass wir respektvoll mit ihnen umgehen sollen (Anfassen ist beispielsweise verboten) und selbst versuchen müssen die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken (z.B. durch im Kreis schwimmen, abtauchen oder das Abgeben quietschender Geräusche durch den Schnorchel). Außerdem gibt es eine Maximalanzahl von fünf Schwimmgängen mit den Delfinen – je nachdem wie sie sich verhalten.

Im Anschluss an das Video ging es dann zu einem kleinen Bus, der uns an den Hafen und zu den beiden Booten bringen sollte. Auf dem Weg dorthin fiel uns ein kleiner Junge auf, der sichtlich traurig darüber war, im Gegensatz zu seinen beiden älteren Brüdern, offenbar nicht mitschwimmen zu dürfen. Das Schwimmen mit den Delfinen ist nämlich, da es sich ja um eine „Open Water Experience“ handelt, erst ab acht Jahren erlaubt. Eine unserer Betreuerinnen, die sich wirklich rührend um uns kümmerte, gab sich aber alle Mühe den Kleinen aufzumuntern und ernannte ihn kurzerhand zum „Dolphin Counter“.

Auf dem Schiff angekommen gab es dann noch einige Sicherheitshinweise, für unerfahrene eine Einweisung ins Schnorcheln und dann war auch schon volle Fahrt auf offene See angesagt. Es dauerte auch wirklich nicht lange, bis wir schon die ersten Delfine relativ nah an der Küste entdeckt hatten. Also Schnorchel auf, Füße in die Flossen und rein ins Wasser. Was dann folgt ist mit Worten wirklich schwer zu beschreiben. Erstmal ist das Wasser trotz Neoprenanzug doch ziemlich kalt, der Schnorchel ist ungewohnt und man muss sich erst einmal orientieren. Aber dann sind um einen herum plötzlich diese vielen, vielen wunderschönen Delfine. Sie schwimmen neben dir her, sie tauchen unter dir durch, sie springen…

Irgendwann schwimmen die Delfine aber natürlich auch weiter und das ist der Zeitpunkt, wenn alle wieder zum Boot zurückgerufen werden und die Fahrt weiter geht. Insgesamt durften wir fünfmal ins Wasser und jedes Mal war es wieder ein ganz besonderes Erlebnis. Nach dem letzten Schwimmgang wurden dann alle dazu aufgefordert sich umzuziehen (gar nicht so leicht auf einem doch recht kleinen Schiff dabei nicht plötzlich nackt in der Menge zu stehen) und mit heißer Schokolade und Keksen versorgt. Letztere durfte der kleine Junge verteilen, der am Anfang noch so traurig, aber mittlerweile total enthusiastisch bei der Sache war.

In trockenen, warmen Klamotten, mit heißer Schoki und Keksen versorgt durften wir die Delfine dann noch eine gute Viertelstunde vom Boot aus beobachten. Einige kamen wahnsinnig nah an uns heran oder tauchten sogar unter uns durch.

Alles in allem auch diesmal ein wahnsinnig schönes Erlebnis. Und wir wagen zu behaupten: Wer einmal die Bekanntschaft von wilden Delfinen gemacht hat, der wird nie (wieder) ein Delphinarium oder ähnliches betreten. Die Tiere führen von sich aus in freier Wildbahn so viele Kunststücke auf, dass es gar nicht nötig ist, sie zu irgendetwas zu trainieren. Und wer einmal gesehen hat, wie schnell Delfine schwimmen und welch weite Strecken sie in kürzester Zeit zurücklegen, dem kann beim Anblick irgendwelcher kleiner steriler Becken wirklich nur noch ein Brechreiz kommen.

Morgen geht die Reise dann erstmal wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück: Nach Christchurch. Hier werden wir eine Nacht bleiben und am Samstag dann schweren Herzens Dave wieder abgeben. Gegen Nachmittag geht dann unser Flug naaaaach W-E-L-L-I-N-G-T-O-N <3 !!!

Flo testet seinen Schnorchel

Delfine

Nochmal Delfine

Und... oh Wunder! Nooochmal Delfine ;)

Mittwoch, 27. März 2013

The one with a lot to catch up


So ihr Lieben,

die letzten Tage gab es keinen neuen Blogeintrag, einfach deshalb, weil wir in Picton zum ersten Mal kein WiFi hatten. Allgemein müssen wir allerdings sagen, dass die Möglichkeiten ins Internet zu gehen doch viel weiter verbreitet und vor allem günstiger sind als noch vor fünf Jahren.

Nun gut, jetzt gilt es also einiges aufzuholen, aber eins Mal als kurze Ankündigung vorweg:

WIR HASSEN SANDFLIES!!!

Irgendwie haben es diese lästigen Viecher diesmal wirklich auf uns abgesehen. Mittlerweile sind unsere Arme, Beine, Hände und Füße komplett mit Stichen der kleinen Blutsauger übersäht. Wenn das nur hässlich aussehen würde, wäre es ja nicht weiter schlimm aber das juuuuuuuuuuckt!!! Ich glaube das können nur die nachvollziehen, die schon mal Bekanntschaft mit diesen Ausgeburten der Hölle gemacht haben. Wahrscheinlich gehen wir die Tage noch mal in eine Apotheke um uns was Härteres geben zu lassen, als die Creme die wir jetzt haben. Wir sind mittlerweile nur noch damit beschäftigt uns gegenseitig vom Kratzen abzuhalten und Carinas linker Knöchel ist auf die doppelte Größe angeschwollen…

Nun aber zu erfreulicheren Dingen: Am Montag sind wir also von Nelson nach Picton gefahren und haben dafür eine sogenannte Scenic Route gewählt. Die brachte zwar mal wieder eine leicht serpentinenartige Fahrbahn, dafür aber auch wunderschöne Ausblicke auf die Ausläufe der Marlborough Sounds mit sich. In Picton angekommen wurden wir von einer äußerst enthusiastischen Hostelmutter empfangen, die uns in den zwei Tagen noch sehr ans Herz wachsen sollte. Wir bekamen eine eigene kleine Wohnung mit dem hübschen Namen „Candyland“ zugewiesen. Badezimmer, Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer ganz für uns allein! Purer Luxus! Zwar war in der Wohnung noch ein anderes Schlafzimmer enthalten, dieses blieb aber die gesamte Zeit leer. Einziger kleiner Hacken der Wohnung war das Bett. Das war so lang bzw. kurz, dass selbst Carina unten ans Bettgestell anstieß was für Flo die ganze Sache natürlich nicht bequemer machte. An unserem ersten Tag in Picton haben wir nicht mehr viel erledigt. Noch schnell ins ISite und das Wassertaxi für den Queen Charlotte Track gebucht, ein paar Karten geschrieben und die örtliche Fish and Chips Bude ausprobiert (mal wieder sehr lecker). Abends haben wir es uns dann in unserem Wohnzimmer gemütlich gemacht und zum ersten Mal seit über zwei Wochen wieder Fern gesehen.

Dienstagmorgen ging es dann auf zum Hafen um mit unserem Katamaran, gesteuert von einem Mann, der einem gewissen Robääääärt, den viele sicher aus dem deutschen Trash-TV kennen, äußerst ähnlich sah, in die Marlborough Sounds aufzubrechen. Nach etwa einer halben Stunde Fahrtzeit waren wir dann auch schon in der Torrea Bay, in der 2007 unsere Wanderung endete, angekommen. Damals hatten wir uns ja für eine Wanderung mit dem Namen Hilltop Hiker entschieden. Leider hatten uns weder der Name, noch die Aussage im ISite, dass sie diesen Track ja noch nie verkauft hätten misstrauisch gemacht. Das ganze hatte einen Tag, der uns an die Grenzen unserer körperlichen Belastbarkeit führte, zur Folge. Mittlerweile ist dieser Track in den Informationsbroschüren übrigens als „very steep and challenging“ und „only for advanced“ ausgeschrieben. Unser diesjähriger Track hatte den schönen Namen „Top of the World“. Tja und was muss man machen um zum „Top of the World“ zu kommen? Riiiiichtig! Nach oben laufen! Das haben wir dann auch erstmal ein Weilchen lang getan. Belohnt wurden wir natürlich mal wieder mit atemberaubenden Aussichten auf wunderschöne Buchten und die dicht bewachsenen Hügel der Fjorde. Ein anderes Deutsches Pärchen, mit dem wir immer wieder ins Gespräch kamen wanderte die Strecke ebenfalls.
Gegen Ende des Tracks wurden wir dann doch wieder an unsere Zeit auf dem Hilltop Hiker erinnert. Denn plötzlich war der gut ausgebaute Wanderweg verschwunden und es ging mehr oder weniger durch dichten Wald nach unten. Der Weg war noch dazu teilweise relativ steil und man musste wirklich aufpassen. Eine Wurzel übersehen und man wäre Gefahr gelaufen schneller in der Mistletoe Bay anzukommen als gewünscht. Letzten Endes ist aber alles gut gegangen und wir hatten noch drei Stunden Zeit um uns in die Sonne zu legen und Enten zu füttern.

Dann wurden wir wieder von Robäääärt abgeholt, der uns auf der Rückfahrt noch einiges über das Leben in den Sounds erzählt hat. Beispielsweise bringen manche Bewohner, die sowieso morgens mit dem Boot zur Arbeit fahren, ihre Kinder in eine Schule während andere Zuhause unterrichtet werden. Die schönste Region in Neuseeland ist seiner Meinung nach übrigens die Golden Bay, die wir leider auch bei unserer zweiten Reise nicht zu Gesicht bekommen werden. Allerdings wieder mal ein guter Vorwand für einen weiteren Besuch. Das fand auch Robääärt und verabschiedete uns mit den Worten „See you next year!“

Den Tag schlossen wir mit einer weitern Portion Fish and Chips und dem Film „Kiss Kiss, Bang Bang“ ab.

Am Mittwoch schließlich machten wir uns nach dem Frühstück auf unser neues Zuhause Candyland wieder zu verlassen. Aber nicht ohne vorher noch ein kleines Schwätzchen mit Sheria, der Hostelmutter, zu halten. Sie gab uns noch einige Geheimtipps für unsere weitere Reise mit auf den Weg und war dabei so enthusiastisch und begeisternd, dass wir aus dem Grinsen gar nicht mehr herauskamen.

Nach einem kurzen Besuch im Pictoner Aquarium, wo wir einige Bewohner der örtlichen Gewässer bewundern durften, ging die Fahrt dann auch schon los. Einen von Sherias Geheimtipps konnten wir gleich bewundern. Der Strand von dem sie uns so vorgeschwärmt hatte war wirklich unglaublich schön und den Weg dorthin hätten wir sonst mit Sicherheit nie eingeschlagen. Ein weiteres Highlight auf der Fahrt nach Kaikoura war dann die Aussicht auf eine Seal Colony, die es sich auf Felsen direkt neben dem Highway bequem gemacht hatte.

In Kaikoura angekommen ging es zuerst mal zur üblichen ersten Anlaufstation: Ins ISite. Dort wurde dann gleich das Delphinschwimmen für den morgigen Tag gebucht. Um 9 Uhr geht es los und wir hoffen, dass es wieder so ein schönes Erlebnis wird wie in 2007.

Der restliche Tag war dann ziemlich ereignislos. Einkaufen, im Hostel einchecken, Fish and Chips essen (ja, wir werden langsam süchtig).

Nun denn, mal sehen, ob uns die Delfine morgen wohl gesonnen sind…

Gods own Paradise!

Die Marlborough Sounds

Das Ganze nochmal mit Palme

Der nicht ganz so gut ausgebaute Teil des Tracks

Quack in der Mistletoe Bay

Bilbo mit wehendem Haar in der Mistletoe Bay

Carina mit dem Wegweiser

Yeah, because some guy said so! 

Zwei glückliche Backpacker

Zwei glückliche Babyseals <3


Sonntag, 24. März 2013

The one with beautiful beaches


Wie bereits angekündigt wurden wir Samstagmorgen in aller Herrgottsfrühe von unserem Shuttle in den Abel Tasman National Park abgeholt. Es war wirklich nicht gerade leicht, sich um sechs Uhr morgens aus dem Bett zu quälen aber die Aussicht auf einen Tag in diesem wunderschönen Nationalpark hat dann doch geholfen.

Wir hatten uns wie von Stephan geraten für die Strecke zwischen „Medlands Beach“ und „Anchorage“ entschieden. Das kam uns äußerst gelegen, da wir 2007 von „Anchorage“ aus in Richtung Beginn des Tracks, nach „Kaiteriteri“ gelaufen waren und natürlich nicht noch mal die gleiche Strecke gehen wollten.

Nach etwa zwei Stunden Fahrtzeit kamen wir dann auch mit unserem Bus in Kaiteriteri an und wurden von dort mit einem Wassertaxi zum Medlands Beach gebracht und die Wanderung konnte beginnen. Der Hauptweg war wie immer sehr gut ausgebaut. Als wir uns allerdings entschlossen, diesen für einen kurzen Abstecher zur „Sandfly Bay“ zu verlassen, kamen wir uns dann doch ein wenig vor wie zwei Bergziegen. Dafür empfing uns die Bay dann mit einem traumhaften Strand, goldgelbem Sand und kristallklarem Wasser. Wir waren allerdings doch sehr froh und sehr fertig als wir den Aufstieg zum normalen Track hinter uns hatten. Nach einer kurzen Keuch- und Wassertrinkpause ging es dann auch weiter zum nächsten Aufstieg. Wieder keuchen, wieder trinken. Der Track machte es uns wirklich nicht ganz einfach, aber spätestens als wir an der Hälfte der Strecke, in der Torrent Bay angekommen waren, waren wir wieder versöhnt. Dort haben wir erstmal zu Mittag gegessen. Ihr glaubt gar nicht wie lecker ein einfaches Brot mit ein wenig Aufstrich nach so einer Wanderung schmecken kann.

Für den weiteren Weg nach „Anchorage“ haben wir uns dann die kürzere Strecke, die bei Niedrigwasser begangen werden kann ausgesucht. Denn hätten wir die längere Strecke gewählt, wäre wegen dem Abholtermin durch das Wassertaxi keine Zeit mehr gewesen faul am Strand zu liegen. Und ein wenig faul sein wollten wir dann doch ;)

So waren wir dann auch schon nach einer Dreiviertelstunde angekommen. Schnell hinter dem nächsten Felsen versteckt, umgezogen und rein in den Pazifik! Ein wenig frisch war es aber schon, so dass sich der weibliche Reisepart damit begnügt hat, bis zum Bauch ins Wasser zu gehen. Bis wir abgeholt wurden, haben wir dann noch ein wenig am Strand gelegen und die Sonne genossen (hassen uns jetzt mittlerweile alle Leser oder müssen wir noch ausschmückender erzählen? ;)). Wieder in Kaiteriteri angekommen ging es weiter zum Bus und mit diesem ab zurück ins Hostel. Dort war dann relativ schnell Nachtruhe angesagt, da Carina mit den Folgen eines leichten Sonnenstichs zu kämpfen hatte (seht ihr, zu viel Sonne ist auch nicht gut ;)).

Den Sonntag haben wir dann ähnlich wie den letzten verbracht: Lange ausschlafen, am Pool liegen, ein wenig durch die Stadt bummeln, Wäsche waschen…

Morgen geht es dann weiter nach Picton, wieder in ein Hostel, das wir bereits kennen: Das Atlantis Backpackers!

Wir auf dem Weg zum Medlands Beach

Die Sandfly Bay (zum Glück ohne Sandflies)

Auf einer äußerst wackligen, äußerst hohen Brücke, auf der maximal fünf Personen sein dürfen.

Aussicht auf Torrent Bay

Quack in der Torrent Bay

Bilbo in der Torrent Bay

Ankunft in Anchorage

Carina im Wasser

Freitag, 22. März 2013

The one with bones


So ihr Lieben,

die Nacht in Hanmer Springs war tatsächlich ein wenig frostig. Allerdings hatte zumindest Carina es kuschlig warm in ihrem mit Fleece ausgekleidetem Schlafsack. Der war sein Geld also auf jeden Fall Wert, das wissen wir jetzt. Am Morgen wurden wir dafür mit strahlendem Sonnenschein begrüßt und dieser blieb uns auch auf dem ganzen Weg nach Nelson erhalten.

Dieser Weg war allerdings mal wieder relativ lang und führte durch größtenteils unbewohnte Strecken der Südinsel Neuseelands. Deshalb konnte der Plan im nächsten Ort mal eben in Nelson anzurufen um ein Hostelzimmer zu reservieren auch erst nach ca. einer Stunde verwirklicht werden. Untergekommen sind wir jetzt im Paradiso, in dem wir auch 2007 schon für ein paar Tage gewohnt haben und wo sich so gut wie nichts verändert hat. Aufgrund unserer relativ späten Ankunft war für nicht viel mehr als den Einkauf und das Abendessen Zeit. Nur ein kleines Nickerchen haben wir uns noch gegönnt. Flo war von der langen Fahrt geschafft und Carina war schon auf der Fahrt immer wieder eingenickt. Ob es an Flos ruhiger Fahrweise oder an den einschläfernden serpentinenartigen Wegen lag, man weiß es nicht. Fakt ist allerdings, dass nicht mal die Wette, die nächsten 15 Minuten ganz sicher wach zu bleiben, sie davon abhalten konnte nach wenigen Minuten wieder mit dem Kopf zur Seite zu nicken.

Am Freitag schließlich war dann unser großer Tag: Es ging zum Bone Carving! Hier werden unter Anleitung eines 1996 nach Neuseeland ausgewanderten Deutschen namens Stephan aus Kuhknochen und (falls gewünscht) Paua-Muschel Anhänger nach Maori-Design hergestellt. Als wir 2007 in Nelson waren, hatten das Freunde von uns gemacht (Hallo Julia und Basti J) und wir hatten das dann ebenfalls vor, haben aber keinen Platz mehr in einem der Kurse bekommen. Das war auch kein Wunder, denn Stephan arbeitet mit maximal sechs Personen, was auch sehr sinnvoll ist wie wir heute gemerkt haben. Wir hatten wirklich einen tollen Vormittag und haben viel über die Kultur der Maori und die nähere Umgebung von Nelson gelernt. Eigentlich hatten wir ja beide ein wenig bedenken, ob nicht aufgrund unseres fehlenden künstlerischen Talents nicht Stephan noch mal zum nächsten Metzger fahren und Nachschub an Kuhknochen holen muss, aber es hat eigentlich alles sehr gut geklappt. Flo hat sich für einen Kreis und Carina für ein Twisting entschieden. Hier mal die Bedeutungen:

Flo:
Moana (the sea) symbolises the importance and fascination of the sea. The sea is important for several reasons in Maori culture: Its home to “Hine a Moana” and “Tangaroa” (goddess and god of the sea), resting place for the souls after life, major food source.
The inside forms a Koru (spiral) depicting the unfolding life, permanent growth and new beginning. The shape is inspired by the permanently unfolding branches and leaves of the ferns. The ferns are children of Tane Mahuta, God of plants and trees.

Carina:
Pikorua (two fern shoots/helix design)
Two fern shoots embracing each other, symbolises infinity, eternity as well as the bonds of friendship. Put those meanings together and it comes down to “neverending friendship”. Also seen as symbol for continuous flow of energy between spiritual and material world.

Wir hatten außerdem das Glück, dass die Paua-Stücke auf unseren Anhängern von derselben Muschel stammen. Das war mehr oder weniger Zufall, da die Muschel immer nach der Form des Anhängers ausgewählt werden muss.

In der Maori-Kultur nehmen die Anhänger nach einer Zeit die Mana (könnte man wohl am ehesten mit „Seele“ übersetzen) des Trägers auf. Deshalb soll man die Ketten einige Zeit (dabei ist es laut Stephan egal, ob es jetzt zwei Wochen oder zwei Jahre sind) tragen und dann einer besonderen Person weitergeben. Diese kann die Kette dann wiederum eine Zeit lang tragen und ebenfalls weitergeben. Bei den Maori dient das dazu, nie vergessen zu werden, denn sie glauben, dass man erst dann wirklich tot ist, wenn sich niemand mehr an einen erinnert.

Da nur wir beide an dem heutigen Kurs bei Stephan teilgenommen haben, waren wir bereits gegen vierzehn Uhr fertig und konnten uns dann aufmachen nach Mapua. Stephan hatte uns nämlich erzählt, dass es dort den besten Fish and Chips Laden der Umgebung gibt und das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir wurden auch absolut nicht enttäuscht und der strahlende Sonnenschein und die Aussicht vom Hafen aus auf die kleine Insel „Rabbit Island“ haben dann ihr übriges zu einem wunderschönen Nachmittag getan.

Jetzt geht es für uns aber auch mal ab in die Heia. Morgen werden wir schon gegen sieben Uhr abgeholt und machen uns auf in den Abel Tasman National Park. 


Flos Anhänger



Carinas Anhänger
Carina mit einer Dose L & P - World famous in New Zealand

Das versteht man hier unter einer Kugel Eis ;)


Mittwoch, 20. März 2013

The one with hot water and cold nights


Nachdem wir Dienstagmorgen Wanaka den Rücken zugekehrt haben, stellte sich für uns die Frage, wo wir die nächste Nacht verbringen sollten. Am Lake Tekapo, der auf unserer Reiseroute lag war mal wieder alles „fully booked“. Mit diesem Problem haben wir Ende März, wo die Saison doch eigentlich schon vorbei ist wirklich nicht mehr gerechnet. Also haben wir dem Lake und seiner „Church of the good Shephard“ nur einen kurzen Besuch abgestattet und unser Nachtlager auf ein winziges Örtchen namens Geraldine verlegt.

Hier wurden wir von einer sehr netten Hostelbesitzerin empfangen, die uns ein wieder mal recht schönes Doppelzimmer zuwies. Außerdem haben wir es auch geschafft, mal wieder unsere Wäsche zu waschen. Nach dem Routeburn Track sahen unsere Sachen nämlich einfach nur fürchterlich aus und sind sofort in die „Dreckige-Wäsche-Tüte“ gewandert. Fürs Waschen mussten wir diesmal nicht mal was bezahlen. Sogar Waschpulver wurde uns zur Verfügung gestellt.

Gegen Abend wurde das Hostel dann noch richtig voll. Und das obwohl man Geraldine wahrscheinlich wirklich nur als Rastplatz auf der Durchreise benutzen kann, denn so wirklich gibt es dort eigentlich nichts. Aber selbst in solch einem kleinen Örtchen trifft man im Supermarkt auf andere Deutsche. Das ist schon der Wahnsinn! Wir haben uns mittlerweile allerdings angewöhnt an öffentlichen Orten bzw. sobald andere Leute um uns herum sind, Englisch zu reden, einfach aus Höflichkeit und weil die armen Kiwis wahrscheinlich teilweise das Gefühl haben, von Deutschland eingenommen zu werden ;). Teilweise finden wir dann gar nicht mehr richtig ins Deutsche zurück und reden miteinander irgendein Denglisch-Kauderwelsch.

Nach einer sehr ruhigen Nacht ging es dann auch schon weiter nach Hanmer Springs, wo wir jetzt gerade auf dem örtlichen Campingplatz sind. Die Nacht soll zwar kalt werden und wir hätten lieber im Hostel geschlafen aber (ihr könnt es euch denken) „Sorry, we’re fully booked“. Auf dem Weg hierher haben wir noch einen Kiwi namens Phil einige Kilometer mitgenommen. Er hat uns erzählt, dass er auf der Suche nach Arbeit und deshalb unterwegs nach Picton (im Norden der Südinsel) ist.

In Hanmer Springs angekommen haben wir uns sofort auf den Weg zum örtlichen Spa gemacht, um hier den Rest des Tages zu entspannen. In Becken mit Wassertemperaturen von 36 bis 42 Grad war das besonders für Carina sehr leicht möglich. Und besonders das Becken mit Schwefelwasser hat doch Erinnerungen an ihre Zeit in Rotorua geweckt.

Die Nacht im Van wird wahrscheinlich weniger warm werden. Für heute Nacht sind nur 6 Grad gemeldet und damit ist wohl dickes einmummeln angesagt. Vielleicht werden damit zum ersten Mal unsere Schlafsäcke zum Einsatz kommen, die wir bis jetzt noch gar nicht gebraucht haben. Wir werden sehen.

A freezing „Good Night“ to all of you! 


Montag, 18. März 2013

The one with a day off


Den Sonntag haben wir mal ganz frei dazu genutzt, wozu er eigentlich gedacht ist: Zum Relaxen! Für den Tag war ohnehin schlechtes Wetter gemeldet und außerdem waren wir beide auch ein wenig von kaputt von der vielen Fahrerei und Lauferei. Der Wetterbericht hat dann auch nicht gelogen und es regnete mehr oder weniger den ganzen Tag mal mehr mal weniger.

Da wir aber trotzdem nicht den ganzen Tag nur im Hostel verbringen wollten, ging es dann doch noch mal in die Innenstadt von Queenstown zum gemütlich Shopping. Das ein oder andere TShirt wurde dabei auch ergattert. Wir haben außerdem begonnen die ersten Postkarten zu schreiben und gegen Abend ging es dann noch mal zum Telefonieren in die Stadt. Erst da wurde uns dann überhaupt bewusst, dass St. Patricks Day war. Während Carina mit ihren Eltern telefonierte versammelten sich rund zwanzig Iren (oder feierwütige Anhänger anderer Nationen) auf einer Verkehrsinsel um lautstarke Gesänge anzustoßen. Einer der Sänger unterstrich seinen musikalischen Beitrag noch mit einer kleinen Stripeinlage und stand erst in quietschgrüner Boxershorts und schließlich komplett nackt mitten auf der Straße. Die kurz darauf eintreffenden Polizisten fanden das nicht ganz so lustig wie wir, ließen den Übeltäter aber schließlich weiter seines Weges ziehen.

Gut ausgeruht ging es dann heute Morgen weiter nach Wanaka, wo wir schließlich doch noch ein Doppelzimmer im Hostel reservieren konnten. Auf dem Weg hierher haben wir uns noch die sogenannten Blue Pools angeschaut, die aufgrund des Regens der letzten Tage leider nicht ganz so blau wie sonst waren.

In Wanaka angekommen haben wir unser Hostel bezogen und waren mehr als begeistert von dem uns zugewiesenen Zimmer. Wirklich wunderschön, groß und sauber und mit Blick auf die Berge und den Lake Wanaka. Dann ging es für uns zur „Puzzling World of Wanaka“. Hier kann man sich in mehreren Räumen von verschiedenen optischen Täuschungen beeindrucken lassen, ein Labyrinth durchwandern und diverse Rätsel lösen. Als Belohnung haben wir uns hinterher noch einen wahnsinnig leckeren Schokobrownie gegönnt.

Gegen halb neun haben wir uns schließlich zu einer besonderen „Attraktion“ hier in Wanaka aufgemacht: Zum Kino! Dabei handelt es sich aber natürlich nicht um ein ganz gewöhnliches Kino. Statt auf Sitzen wie wir sie normalerweise kennen, kann man sich hier gemütlich auf alte Sofas lümmeln, oder auch in einem Auto im Kinosaal Platz nehmen. Es gibt selbstgemachte Eiscreme und in der Pause werden selbstgemachte, noch warme Cookies serviert nach denen bald der ganze Saal duftet und das zu Quentin Tarantinos Django. Das ist doch mal ein ganz anderes und viel gemütlicheres Kinoerlebnis.

Daumen hoch für Wanaka!

Samstag, 16. März 2013

The one with „VIVE LA FRANCE“!


Unser nächster Urlaub MUSS nach dem heutigen Tag eigentlich nach Frankreich gehen! Warum das so ist soll euch der heutige Beitrag erklären, zunächst aber noch ein kleiner Nachtrag zu gestern: Ja, da haben wir keinen Eintrag im Blog gemacht, zum einen weil es nicht viel zu berichten gab, zum anderen weil das wenige berichtenswerte nicht sehr positiv war. Aber fangen wir mal von vorne an:

Wir sind also am Freitagmorgen in Dunedin aufgebrochen und haben uns vor der Fahrt nach Queenstown noch die Baldwin Street angeschaut. Diese steht im Guiness Buch der Rekorde als steilste Straße der Welt und das definitiv nicht zu unrecht. Nicht wenige Autos bezahlen den Versuch den Gipfel zu erklimmen mit einer Runterfahrt im Rückwärtsgang. Deshalb haben wir Dave, der sich vorher sowieso schon mit einer anderen nicht gerade flachen Straße abmühen durfte, lieber unten gelassen.

Die Fahrt nach Queenstown dauerte dann auch gute vier Stunden, die bis auf die Mitnahme eines deutschen Backpackers auf den letzten Kilometern relativ ereignislos verliefen. Beim ausgewählten Hostel angekommen stellte sich heraus, dass es zwar noch ein wunderschönes Doppelzimmer mit Balkon (Luxus!!!) für diese, aber leider nicht mehr für die nächste Nacht gab. Wir blieben dann trotzdem dort um wenigstens die Wäsche zu erledigen. Nach getaner Arbeit belohnten wir uns dann noch bei DER örtlichen Burgerbude: Fergburger! Wirklich seeehr lecker aber auch unglaublich groß.

Für heute war dann eigentlich eine Weiterfahrt nach Wanaka geplant, aber die Anrufe bei ALLEN Hostels dort waren erfolglos. „Sorry, we’re fully booked“ hörten wir nur immer wieder. Unglaublich, wie viel hier selbst in der Nebensaison noch los ist. Da wir aber sowieso geplant hatten, doch noch einen Teil der Routeburn Tracks zu laufen, versuchten wir noch mal unser Glück bei einigen Hostels in Queenstown und hatten schließlich Erfolg. Also schnell hingefahren, schon mal bezahlt, wenn auch aufgrund der frühen Uhrzeit noch nicht eingecheckt und dann mit Sack und Pack auf nach Glenorchy, einem Ort etwa 40 km von Queenstown entfernt und Ausgangspunkt des Routeburn Tracks.

Dieser Track ist einer der neun sogenannten „Great Walks“ in Neuseeland und eigentlich eine Dreitageswanderung über 32 km. In Glenorchy angekommen stellten wir jedoch fest, dass es von dort aus noch mal 26 km bis zum eigentlichen Beginn des Tracks waren. Eigentlich nicht wirklich schlimm, wenn nicht die letzten zehn dieser Kilometer aus einer reinen Schotterpiste bestanden hätten, durch die Dave sich teilweise ganz schön kämpfen musste. Dafür wurden wir allerdings auf dem Track selbst mit vielen atemberaubenden Blicken auf die Gipfel der Berge des Mount Aspiring National Parks belohnt. Es ging an Gebirgsbächen entlang, über Brücken auf denen teilweise maximal fünf Personen erlaubt waren und an Abhängen vorbei, bei deren nicht vorhandener Sicherung in Deutschland wahrscheinlich alle Amok gelaufen wären ;) Leider können weder Worte noch Bilder die schönen Aussichten beschreiben… ihr solltet einfach alle herkommen und euch selbst davon überzeugen!

Als wir dann gegen Nachmittag zurück am Parkplatz angekommen waren, waren wir beide froh unsere schmerzenden Füße von den Schuhen zu befreien und uns auf den Weg zurück nach Queenstown machen zu können, doch dann DER Schock: Dave wollte nicht anspringen! Alles gute Zureden half nichts. Nach einem kurzen Check stellte sich heraus: Die Batterie war leer! Wie das passiert sein konnte war uns in dem Moment absolut unklar. Klar war nur eins: Wir waren 26 km von der nächsten Siedlung entfernt, Handyempfang gab es keinen und alleine würden wir Dave wohl nicht mehr zum Laufen bekommen. Also blieb nur eins: Abwarten bis andere Leute vom Track zurückkommen. Nach einer halben Stunde des bangen Wartens war es dann endlich soweit und zwei Französinnen kamen des Weges. Die beiden hatten leider kein Überbrückungskabel, erklärten sich aber bereit Flo mit zurück nach Glenorchy zu nehmen, während Carina bei Dave warten sollte (und dabei von Sandlies aufgefressen wurde). Nach einer Stunde kamen die beiden Frauen dann mit Flo zurück. Die Notfallnummer, die wir eigentlich für genau solche Fälle von der Vermietung bekommen hatten, war „not available“, aber ein netter Mann an der Tankstelle hatte uns sein Überbrückungskabel ausgeliehen. Also eigentlich alles perfekt, doch dann das nächste Problem: Wo ist eigentlich die Batterie/Wie öffnet man die Motorhaube? Zu viert suchten wir wie wahnsinnig überall in und um Dave herum nach einem Schalter. Inzwischen war noch ein junges Pärchen dazugekommen, das uns ebenfalls helfen wollte und zufälligerweise auch aus Frankreich kam. Wenig später folgte noch ein junger Mann, der genau neben uns geparkt hatte und (wie sollte es anders sein) auuuuch Franzose war. Mittlerweile waren wir dann also zu siebt aber es lies sich einfach keine Lösung finden. Wir waren schon kurz davor die „den Berg runterschieben“-Methode zu versuchen als Carina ein älteres (vermutlich neuseeländisches) Pärchen entdeckte, die wir bereits auf dem Track getroffen hatten. Die beiden wussten zum Glück, dass die Batterien sich unter dem Beifahrersitz befinden! Erstes Problem gelöst! Zweites Problem: Das Überbrückungskabel war verdammt kurz und hätte nur von Dave bis zu dem Auto des Franzosen gereicht. Der wusste allerdings genauso wenig wie wir, wie seine Motorhaube zu öffnen ist! Das große Suchen ging also wieder von vorne los wurde dann aber kurzerhand abgebrochen, mit dem Vorschlag Dave und den Van der beiden Frauen doch nebeneinander zu positionieren. Mit ein wenig rangieren und in Dave’s Fall dem kräftigen Schieben von fünf Personen hatten wir es dann geschafft! Alle Kabel angeschlossen, Motor an uuuuund Dave schnurrt wieder wie ein Kätzchen! Wir können euch gar nicht sagen, wie erleichtert wir waren. Wir haben uns hundertmal bei allen Anwesenden bedankt und zum Schluss gab es dann auch noch ein schönes Gruppenfoto. „To demonstrate this rare occassion of german-french-friendship“ wie eine der Französinnen meinte.

VIVE LA FRANCE!!!







p.s Fotos und ein neues Video folgen

Donnerstag, 14. März 2013

The one with the balls


Nachdem wir nach der gestrigen Pinguintour erst gegen zehn Uhr nachts wieder am Campingplatz angekommen und dort totmüde aufs Matratzenlager gefallen sind, hieß es heute morgen schon gegen acht Uhr wieder: Aufstehen! Wir haben uns dann nach dem Frühstück auf den Weg nach Dunedin gemacht. Unterwegs musste dann noch das Scheibenwischwasser aufgefüllt werden. In der Gegen, durch die wir gefahren sind gab es einige suizidgefährdete Schmetterlinge, die sich Dave zum Fraß vorgeworfen haben. Unsere anfänglichen Probleme mit diesem Vorhaben wurden von einem älteren Herrn an der Tankstelle bemerkt, der sich unserer sofort annahm und einen Schlauch und Reinigungsmittel anschleppte, während sein Kumpane sich mit Flo übers Campen unterhielt. Wir können nur immer wieder erwähnen, wie unglaublich freundlich ein Großteil der Kiwis ist.

Unser zweiter Halt auf der Fahrt sollte dann der Moeraki Beach sein. An diesem Strandabschnitt liegen bis zu einem Durchmesser von zwei Metern große kugelrunde Steine, über deren Entstehung sich der interessierte Leser gerne auf Wikipedia informieren kann ;). Das ganze sieht auf jeden Fall ziemlich beeindruckend aus und war auf jeden Fall einen Besuch wert. Außerdem haben wir auf dem Parkplatz des Strandes auch noch Daves Bruder Joe getroffen ;).

In Dunedin angekommen war es dann wieder das alte Spiel: Fahrt zum ISite (Informationszentrum), Weg zum Campingplatz erklären lassen, Campingplatz buchen, auf in die Stadt. Dort angekommen haben wir es heute ein wenig langsamer angehen lassen und sind gemütlich durch die Straßen gebummelt. Natürlich musste aber auch der örtlichen Cadbury Factory ein Besuch abgestattet werden und das erste Paket Schokolade ist nun schon auf dem Weg nach Hause.

Das Wetter ist uns im Moment übrigens äußerst gnädig. Kurze Hosen und Sonnenbrille waren heute ebenso Pflicht wie der Verzehr eines Eises in der Innenstadt von Dunedin. Ihr braucht allerdings noch nicht allzu neidisch werden: Für die nächste Woche ist kälteres Wetter angesagt und wir werden deswegen eventuell einige Nächte nicht im Camper sondern im Hostel verbringen.

Morgen werden wir nun nach Queenstown fahren und dort vermutlich mindestens zwei Nächte bleiben. Die Stadt eignet sich als Ausgangspunkt für einige unserer nächsten Ziele und wir würden gerne mal länger als eine Nacht an einem Ort bleiben.

Grüße aus Kiwiland!

Carina und Flo


p.s. Für alle die uns auch gerne mal wieder (fast) live und in Farbe erleben möchten, hier noch ein kleines Video: 










Mittwoch, 13. März 2013

The one with the penguins



Heute ging es direkt nach dem Frühstück auf zu einer unserer längsten Fahrstrecken. Von Akaroa ging es über Ashburton, Timaru, und etliche andere kleine Örtchen nach Oamaru. Hier war geplant, der örtlichen Pinguienkolonie einen kleinen Besuch abzustatten.

Da die Fahrt wie bereits erwähnt relativ lang war (knapp fünf Stunden haben wir gebraucht), hat sich auch Carina kurzzeitig hinters Steuer gesetzt. Da dies aber bei Flo eher zu unkontrollierten Panikattacken als zu Entspannung geführt hat, wurde nach kurzer Zeit wieder gewechselt.

In Oamaru angekommen wurde dann direkt das abendliche Penguin Viewing gebucht. Anschließend ging es auf zum Campingplatz, der wie auch schon der letzte sehr gut ausgestattet und ziemlich sauber ist. Um die Zeit bis abends zu überbrücken ging wurde dann auch noch ein kleiner Stadtbummel unternommen.

Doch gegen acht Uhr abends war es dann endlich soweit. An der Bucht angekommen durften wir uns auf einer Art Tribüne niederlassen, von der aus wir den Strand, an dem die Pinguine allabendlich ankommen beobachten konnten. Absolute Ruhe war gefordert und auch das Filmen und Fotografieren der scheuen Tierchen absolut untersagt. Wir mussten auch nicht lange warten, da kamen schon die ersten mutigen Kerlchen den Strand hochgewatschelt. Man muss dazu sagen, dass es sich hier um Blue Penguins, die weltweit kleinste Pinguinart handelt. Die Zwerge wohnen jeweils zu zweit in kleinen Höhlen, in denen sie auch ihre Jungen großziehen. Das ganze Spektakel dauerte in etwa eine halbe Stunde und wir haben ca. 50 der kleinen Kerlchen bewundern dürfen. Auf dem Weg nach draußen sind uns dann einige Hasen aufgefallen, woraufhin wir eine der Mitarbeiterinnen drauf ansprachen. Hasen und Pinguine leben wohl friedlich nebeneinander her, aber „The penguins don’t like the rabbits pretty much“ meinte sie. Es hat wohl auch schon mal eine Igelmama in einer der Höhlen ihre Junge zur Welt gebracht ;)

Morgen geht es weiter nach Dunedin, wo die Cadbury Factory auf uns wartet!

So long …

The Penguin Viewers 

Dienstag, 12. März 2013

The one with Dave


Jetlag? Was soll das eigentlich sein? Dieser Zustand, der vielen ganz schön zu schaffen macht, kann uns offensichtlich nichts anhaben. Nachdem wir um zehn todmüde ins Bett gefallen sind, haben wir bis acht Uhr morgens komplett durchgeschlafen und waren dann endlich richtig erholt und ausgeruht. 

Nach dem Frühstück ging es dann mit dem Taxi los um unseren Van abzuholen. Wer jetzt obgleich dieser Dekadenz die Augenbrauen nach oben zieht, dem soll gesagt sein, dass es zum Einen zum Laufen definitiv zu weit war und dass wir zum anderen nicht nur eine Taxifahrt sondern gleichzeitig auch eine Stadtführung bekommen haben (auch wenn wir letzteres vorher natürlich nicht wissen konnten). Wir kamen mit unserem Fahrer ins Gespräch und auf der knapp viertelstündigen Fahrt hat er uns so einiges über die Auswirkungen des Erdbebens erzählt. Teilweise kommentierte er die Gebäude ganzer Straßenzüge mit entweder „They will take this one down“ oder „They will keep that one“. Er hat uns von Häusern erzählt, bei denen die Fenster des Erdgeschosses nach dem Beben nur noch wenige Zentimeter über dem Boden waren und von kilometerlangen Straßenzügen die komplett ausgebessert werden müssen. Sein abschließend Resume war aber in etwa „You know… as we don`t know how the weather will be tomorrow, we don`t know when there will be the next earthquake. You just have to life with it.”

Bei der Campervermietung angekommen gab es dann noch ein paar Formalien zu klären und dann konnten wir ihn auch schon in Empfang nehmen: Dave! Dave ist unser Camper, der uns die nächsten drei Wochen auf der Südinsel sowohl Gefährt als auch Schlafzimmer sein soll. Bis jetzt hat er sich sehr gut gemacht und Flo hat auch das Fahren auf der linken Seite durch Christchurchs Innenstadt gut gemeistert. Carina wird sich für diese etwas andere Erfahrung dann lieber eine ein wenig ruhigere Gegend aussuchen...

Mittlerweile sind wir jetzt in Akaroa, was in etwa 70 km östlich von Christchurch liegt. Hier haben wir es uns auf einem Campingplatz gemütlich gemacht und nach einem ersten Schnuppergang durch das kleine Städtchen haben wir uns dazu entschlossen noch einen kurzen Walkway zurückzulegen. So viel wie wir hier schon in den ersten zwei Tagen gelaufen sind laufen wir in Deutschland wahrscheinlich nicht mal in zwei Wochen ;)

Auf dem Weg zum Walkway gab es dann auch noch den hier typischen Snack für zwischendurch: Fish and Chips! Wirklich sehr lecker und vor allem frisch im örtlichen Hafen gefangen (der Fish, nicht die Chips ;))! Hach ja, ein Land in dem man ohne schlechtes Gewissen Fisch und Fleisch essen kann… das freut natürlich besonders Carina. Wir sind heute auch an so einigen Rinder- und Schafweiden vorbei gefahren und es ist wirklich unglaublich wie viel Platz die Tiere hier haben.

Den Tag haben wir jetzt mit einem leckeren Mahl abgeschlossen und sind nun mal auf die erste Nacht im Camper gespannt. Fakt ist, dass es hier drin ein wenig so aussieht wie in einem Elektrogeschäft. Von Dreierstecker über Adapter, Laptop, Handyladekabel …

Morgen soll es dann weiter gehen nach Oamaru, wo wir entweder ein oder zwei Nächte bleiben wollen. Wir haben schon festgestellt, dass wir unser Programm wahrscheinlich ein wenig zu straff gespannt haben und da wir ja nicht nur zum Rumhetzen sondern auch zum Urlauben hier sind, werden wir den ganz südlichen Teil der Südinsel nun vermutlich doch auslassen. Invercargill soll sowieso nicht soo spannend sein, auch wenn wir es gerne mitgenommen hätten. Aber einige Sachen sollten wir uns ja auch noch für die dritte Neuseelandreise aufsparen. Denn dass dies nicht unser letzter Besuch in diesem wunderschönen Land sein wird, dass haben wir heute einstimmig beschlossen. Auch wenn wir die nächsten Jahre erstmal auch andere schöne Orte erkunden möchten.

Dann sagen wir mal: Gute Nacht bzw. Guten Morgen :)


Dave’s Guests

Quack schaut aus dem Flugzeugfenster

Endlich angekommen!

Unser Dave :)

Bilbo in Akaroa



Montag, 11. März 2013

The one with the arrival

So ihr Lieben, 

wir haben es geschafft, wir sind angekommen am schönsten Ende der Welt! So wirklich haben wir das wohl beide noch nicht realisiert.

Momentan sind wir ziemlich geschafft von der langen Reise, aber da es hier mittlerweile viertel nach neun Uhr abends ist können wir demnächst endlich schlafen gehen ohne einen JetLag zu riskieren. Geflogen sind wir zuerst von Franfurt nach Dubai. Dort haben wir das Flugzeug gewechselt und es ging weiter nach Bangkok und von dort nach Sydney um schließlich mit Christchurch die „Final Destination“ zu erreichen. Das bedeutet also vier mal starten, vier mal landen, vier verschiedene Crews, vier mal Essen. Von letzterem waren wir relativ (im Vergleich zu dem Fraß den man sonst im Flugzeug vorgesetzt bekommt) begeistert und das war auch der einzige Unterschied, den wir servicemäßig im Vergleich zum Flug mit Korean Air 2007 feststellen durften.

In Neuseeland angekommen waren dann auch (Gott sei Dank!) sofort unsere Rucksäcke da und nachdem nach schnell Geld abgehoben wurde ging es dann mit dem Shuttle zum Hostel. Das ist wirklich sehr schön und wir wurden gleich noch kiwimäßig begrüßt („You just arrived? Awesome! Welcome to New Zealand. Wuhuuu!“). Nach einer kurzen Dusche (die beste unseres Lebens) machten wir uns dann auf in die Innenstadt von Christchurch und hier kam dann für uns beide der große Schock.
Der ein oder andere wird ja mitbekommen haben, dass es hier im Frühjahr 2011 ein schweres Erdbeben mit vielen Todesopfern gegeben hat und unter anderem der Turm der berühmten Cathedral eingestürzt ist. Das wussten wir natürlich auch und wir haben sicherlich auch mit der ein oder anderen Baustelle gerechnet. Dass allerdings ein Großteil der Innenstadt, der gesamte Platz rund um die Cathedral wo früher jeden Tag verschiedene Straßenkünstler aufgetreten sind und ein emsiges Treiben geherrscht hat, komplett gesperrt ist und es auch nicht so aussieht als würde sich das in den nächsten Monaten ändern, das hat uns doch ganz schön erschüttert. Allgemein wirkt Christchurch in manchen Teilen wie eine Geisterstadt mit leeren Geschäften und abgesperrten Gebäuden an denen aber noch Schilder mit Öffnungszeiten hängen. An wieder anderen Stellen kommt dann doch der unerschütterliche Zusammenhalt der Kiwis durch und an den Absperrgittern hängen aufmunternde Botschaften, Blumen oder Bilder.
Dass die Stadt zwei Jahre nach dem Beben noch immer so stark von dessen Auswirkungen geprägt ist, macht schon sehr traurig.

Um uns von diesen eher trübsinnigen Gedanken ein wenig abzulenken ging es dann aber noch auf einen kurzen Streifzug durchs Warehouse (Where everyone gets a bargain!). Carinas bargain waren heute ein Föhn und ein paar FlipFlops. Um den Hunger zu stillen wurde schließlich noch der örtliche Subway aufgesucht.
Mittlerweile sind wir jetzt wieder im Hostel zurück und wie gesagt kurz davor schlafen zu gehen.

In dem Sinne: Auf eine hoffentlich geruhsame Nacht!

Carina und Flo 


Freitag, 8. März 2013

Nur noch zweimal schlafen...

und dann geht es auch schon los ... auf zur langen, langen Reise ins Land der Kiwis. Wir haben den Abend mit den letzten Vorbereitungen und einer größeren Packsession verbracht, an der wir euch nun gerne teilhaben lassen möchten :)